Landwirtschaft zwischen Auflagen und Förderungen

Landwirtschaft zwischen Auflagen und Förderungen

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins Landwirtschaftliche Fortbildung Eifel (VLF) hat Ministerin Ulrike Höfken mit den Teilnehmern diskutiert und sich ihre Sorgen und Nöte angehört. Dabei ging es unter anderem um die schwierige wirtschaftliche Situation vieler Bauern, die ihrer Meinung nach überbordende Bürokratie und um Kürzungen der Agrarunterstützungen.

Leidenborn. Als besonderen Gast für seine Mitgliederversammlung hat der Verein Landwirtschaftliche Fortbildung Eifel die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, Ulrike Höfken, eingeladen. In ihrem ausführlichen Vortrag behandelte Höfken die Situation der Landwirte im Spannungsfeld zwischen Subventionen, Ressourcenverbrauch und der "Greening"-Bestrebungen der Bundesregierung: "Mittlerweile braucht jeder Deutsche 16 Tonnen Ressourcen pro Person. 60 Prozent des Bodens und des Waldes sind aber schon geschädigt."
In Bezug auf die Zukunft hieße das, "wir bräuchten eigentlich zwei Planeten". Ein Ziel der Landesregierung sei, auf der Ebene der Europäischen Union dafür zu sorgen, dass die Landwirtschaft als wichtiger Sektor gesehen wird.
In der folgenden Diskussion kam aus dem Plenum die Forderung, der Flurbereinigung, die bis 2020 verplant ist, eine höhere Priorität zuzuweisen und die Mittel nicht um 30 Prozent zu kürzen. Weiterhin war die Investitionsförderung ein wichtiges Anliegen der Landwirte. Die Einführung einer Höchstgrenze hilft weiterhin vielen kleineren Betrieben, wenn gekürzt werden muss, so die Antwort Höfkens.
Die Struktur der Subventionen für Grünland, Flächenumwandlung und für noch vieles mehr ist für den Nichtlandwirt unüberschaubar, aber der Tenor der Bauern ist klar: "Fünf Euro an einem Schwein zu verdienen, ist kaum möglich, zehn Euro zu verlieren, ist kein Problem; wir haben Auflagen, die sind kaum mehr erreichbar."
Die Ministerin fordert hier ein Umdenken: "Es ist nicht das Ziel, so viel wie möglich zu produzieren, sondern so zu produzieren, dass die Ergebnisse abgesetzt werden können", dies gelte speziell im Hinblick darauf, dass bei Hühnern und Schweinen nur 20 Prozent des Eigenbedarfs in Rheinland-Pfalz erzeugt werden.
Die Verschwendung wurde ebenfalls von einem Teilnehmer aus dem Publikum stark kritisiert: "Da wird für 400 000 Euro eine Fischtreppe gebaut, zehn Kilometer weiter unten ist das Kraftwerk in Vianden, kommt da ein Lift?"
Ungesagt, aber unüberhörbar war die Forderung, diese Mittel stattdessen den Landwirten zur Verfügung zu stellen. stbr
Extra

Gut hundert Mitglieder des Vereins für Landwirtschaftliche Fortbildung sind zur jährlichen Versammlung nach Leidenborn gekommen. Der Verein engagiert sich im Speziellen für Weiterbildungsmaßnahmen wie die Eifler Futterbau-, Schweine-, Grünland- und Pflanzenbautage oder den Tag der Ballensilage. Auch zum aktuellen Thema der Bioenergieanlagen und Bioenergiepflanzen finden Seminare für die Interessierten unter den 1800 Mitgliedern statt. stbr