Landwirtschaft

Zum Artikel "Eifeler Milchbauern protestieren gegen den Bauernverband" (TV vom 5. November) erreichte uns diese Zuschrift:

Leider ist die Milchmarktproblematik für Außenstehende nur schlecht zu durchschauen und scheinbar schlecht zu verstehen. Politik, Handel, Industrie und Bauernverband sind politisch einer Meinung, da viele Funktionäre in den verschiedenen Gremien vertreten sind und Geld untereinander fließt. Der Landwirt wird in diesem System immer Restgeldempfänger bleiben, da die Marge von Industrie und Handel immer annähernd gleich bleibt und ihre Kosten deckt. Weiter sind sie an möglichst großer Menge zu möglichst geringem Preis interessiert, um ihre Kapazitäten besser nutzen zu können und um neue Märkte besser zu erschließen. Nur wie soll der deutsche Landwirt bei weltweit höchsten Standards, Produktionskosten oder Mindestlöhnen zu Weltmarktpreisen produzieren? Die Erhöhung des Importzolls in den USA und das Quotensystem in Kanada sind auch keine freie Märkte und ergeben dort eine Stabilisation der Erzeugerpreise ohne oder mit weniger Subventionen. Der Deutsche Bauernverband fordert Solidarität von den Verbrauchern und dem Handel — welch ein Irrsinn, wenn solche Übermengen produziert und danach wieder billig und subventioniert verramscht werden. Letztendlich dient dies nur dem Verbraucher, da die Erzeugerpreise im Keller und die Lebensmittelpreise hier, gemessen am Einkommen, weltweit bei höchster Qualität mit am günstigsten sind. Dennoch ist der Landwirt in der Öffentlichkeit der Almosenempfänger, obwohl er finanziell abhängig gemacht wurde. Der Handel nutzt nur seine Macht aus, da auf der anderen Seite kein angepasstes Angebot oder kein Verhandlungspartner besteht. Weitere Liquiditätsdarlehen, Steuerstundungen oder das Übernehmen weiterer aufgebender Höfe kann nachhaltig nicht die Lösung sein. Russlandembargo, Gammelfleisch oder weitere Skandale werden finanziell ausschließlich auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen. Scheinbar beißen doch den Letzten in einer Kette immer die Hunde. Wer mich zu diesem aktuellen System überreden will, dem kann ich nur mein Unverständnis entgegenbringen, da freie Märkte von denen gestaltet werden, die nichts mit der Erzeugung zu tun haben. Ralf Laures, Fleringen