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Leere Läden: Probleme nur in den Randlagen

Leere Läden: Probleme nur in den Randlagen

Bitburgs Innenstadt ist nicht akut vom Aussterben bedroht. Nach einer aktuellen Zählung der Stadtverwaltung stehen derzeit 20 von 263 Geschäftslokalen leer. Das sind zwar zwei Geschäfte mehr als im Vorjahr, aber vor allem in der Hauptflaniermeile sind die Leerstände in den vergangenen fünf Jahren deutlich zurückgegangen.

Bitburg. "Ladenlokal zu vermieten", "Wir schließen", "Räumungs-Verkauf": Wenn solche Schilder sich in den Schaufenstern einer Innenstadt häufen, ist die Lage ernst. Es droht ein Teufelskreis: Je mehr Geschäftslokale leerstehen, desto unattraktiver wird die Einkaufsstadt, verliert dadurch weitere Kunden, was auf lange Sicht zu weiteren Leerständen führt. Eine Spirale nach unten. Das Ende: ausgestorbene Geisterstädte, wie sie in manchem Großstadt-Vorort mit Leerstandsquoten von 20 Prozent schon Realität sind.Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier hält zehn Prozent für alarmierend. In Bitburg stehen 7,6 Prozent der Innenstadt-Geschäfte leer. Keine erfreuliche Zahl, aber auch noch keine alarmierende Situation. Bei einer Quote von rund fünf Prozent spricht die IHK von einer "natürlichen Fluktuation". Insbesondere in der wichtigsten Flaniermeile, der Hauptstraße, sind die Leerstände weitestgehend verschwunden. Nur noch in einem einzigen Ladenlokal im oberen Bereich der Fußgängerzone hängt noch ein Schild "Zu vermieten". Das war vor zehn Jahren mal anders: Da herrschte direkt in der Hauptflaniermeile in bis zu fünf Schaufenstern großes Gähnen. Gehäuft haben sich die Leerstände vor allem im oberen Bereich der Fußgängerzone. 19 der 20 leerstehenden Läden finden sich in den Seiten- und Randlagen der Fußgängerzone und in Trie rer Straße sowie in Boren- und Karenweg. Seit 2003 werden die Ladenleerstände in Bitburgs Innenstadt systematisch erfasst - unterteilt in drei Gebiete: Zone I umfasst den Bereich der Fußgängerzone einschließlich der Seitenstraßen von den Einmündungen Schakengasse, Petersstraße und darüber hinaus bis zur Dauner Straße/Römermauer. Dort stehen derzeit sechs Geschäfte leer - davon eins in der Hauptstraße. Im Vorjahr hat die Stadtverwaltung in Zone I noch acht Leerstände gezählt, 2006 waren es sogar elf. Zone I ist der untere Bereich der Fußgängerzone einschließlich Seitengassen sowie Boren- und Karenweg. Dort stehen neun Läden leer. Im Vorjahr waren es fünf, 2006 sechs. Neuester Leerstand ist dieses Frühjahr in der Poststraße durch den Umzug eines Optikergeschäfts entstanden. In der Hauptstraße selbst gibt es keine Leerstände in Zone II. Zone III erstreckt sich schließlich von der Trierer Straße bis zum Anfang der Mötscher Straße, wo es genau wie im Vorjahr und auch in 2006 fünf Leerstände gibt. Eine dieser Immobilien gehört der Stadt: das ehemalige Aldi-Gebäude am Beda-Platz. Video zum Thema unter volksfreund.de/videoMeinung

Perspektiven für WachstumPositiv ist, dass es in Bitburgs Hauptflaniermeile nur einen einzigen Ladenleerstand gibt. An Attraktivität könnte die Stadt gewinnen, wenn auch die Rand- und Seitenlagen mehr zum Bummeln einladen würden. Initialzündung könnte neben der Postplatz-Umgestaltung und dem Ausbau der Fußgängerzone auch der Einbahnstraßenring durch die Innenstadt sein, der Trierer Straße, Römermauer sowie Karen- und Borenweg aufwertet. Davon unabhängig fehlt ein richtiger Wochenmarkt, der nicht nur Kunden, sondern auch Flair bringt. Verwirklichen ließe sich ein solcher Markt in Zusammenarbeit mit der Bauernmarkthalle, die - wenn die Bit-Galerie kommt - ohnehin einen neuen Standort braucht. d.schommer@volksfreund.de Werner Krämer (48), Pressesprecher der Stadtverwaltung und Gründungsmitglied des Arbeitskreises Stadtmarketing, in dem seit 2003 Innenstadthändler, Gewerbevereinsvorstand und Stadtverwaltung zusammenarbeiten. Das Interview führte TV-Redakteurin Dagmar Schommer. Hat Bitburg ein Leerstands-Problem? Krämer: "Es sind zwei Ladenleerstände im Vergleich zum Vorjahr dazugekommen. Aber das sind Momentaufnahmen. Im Lauf der vergangenen zehn Jahre hat sich die Situation im Kerngebiet deutlich verbessert. Aber man darf auch die Randlagen nicht ignorieren." Was hat die Entwicklung positiv beeinflusst? Krämer: "Die Ausweisung der Kernstadt als Sanierungsgebiet mit Zuschussmöglichkeiten für sanierungswillige Bauherren und die vielen Aktionen und Anregungen des Arbeitskreises Stadtmarketing haben der Bitburger Innenstadt sehr gutgetan. Auch die längeren Ladenöffnungszeiten an Samstagen sind ein Fortschritt." Was wäre noch wichtig, damit sich die Situation in den kommenden zehn Jahren weiter verbessert? Krämer: "Die Umgestaltung des Postplatzes als zentralen Innenstadtplatz, was ja nächstes Jahr losgehen soll. Der komplette Ausbau der Fußgängerzone, die mit neuem Pflaster und Sitzgruppen ab 2013 komplett neu gestaltet werden soll und die Umgestaltung des grünen Sees, wodurch auch Stadthalle und Bitburger Marken-Erlebniswelt besser an die Altstadt angebunden werden." scho