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Leere Straßen - volle Geschäfte

Leere Straßen - volle Geschäfte

Bereits zum fünften Mal hat der Gewerbeverein Prüm zu "Prüm im Herbst" eingeladen, einem verkaufsoffenen Sonntag, der vor allem den Händlern in Niederprüm und auf der Dausfelderhöhe verstärkt die Möglichkeit bieten sollte, ihre Produkte zu präsentieren. Trotz anfänglich schlechten Wetters wurde das Angebot zum Sonntagseinkauf gut angenommen. Händler wie Besucher zeigten sich überwiegend zufrieden.

Prüm. Als am frühen Sonntagmittag die ersten Prümer Geschäfte ihre Tore öffnen zum verkaufsoffenen Sonntag, öffnet auch der Himmel seine Schleusen: Es regnet in Strömen. Die St. Vither Straße in Niederprüm gleicht zu dieser Zeit eher einem Drive-in als einer einladenden Einkaufsmeile. Auto an Auto reiht sich aneinander auf der Suche nach einem Parkplatz möglichst dicht vor den Eingangstüren der Betriebe.
Manche kommen von weit her, wie Florian und Günter Esch aus Ulmen. Sie haben einen landwirtschaftlichen Betrieb und sind froh, den Sonntag zum Einkaufen nutzen zu können und glücklich, dass sie in Werkers Welt Müller zur ungewöhnlichen Einkaufszeit in Ruhe beraten werden. Tatsächlich sehen das viele so, der Verkaufsraum füllt sich allmählich, den Kunden dort macht der Regen offenbar kaum etwas aus.
Ganz anders sieht es wiederum gegenüber im Blumenhaus Weyandt aus: Bei diesem Wetter ist niemand auf der Suche nach Ideen für eine frische Herbstbepflanzung. "Wir haben zwei Tage Vorarbeit reingesteckt und einige Angebote gemacht, aber die Leute haben keine Lust auf Bummeln. Auch nicht die Belgier, die sonst all die Jahre immer kamen", sagt Gisela Weyandt.
Auch auf der Dausfelderhöhe sind die Straßen menschenleer - nicht aber die Geschäfte. Der Parkplatz vor dem Baumarkt ist gut gefüllt. Und auch die Berater von Bad-live haben genug zu tun. "Unsere Branche ist unabhängig vom Wetter", meint Jürgen Hein.Leere Straßen - volle Läden


Ähnlich sieht es auch Thomas Tix vom Autohaus Eifel-Mosel. Für ihn ist das Regenwetter sogar ein Vorteil: "Die Leute halten sich nicht zu lange beim Flanieren in der Innenstadt auf. Das ist für uns hier oben gut." Tix ist zufrieden mit dem Verlauf des Sonntags, erzählt von etlichen Verkaufsgesprächen, ist sich aber bewusst: "Die Kurzentschlossenen sind nicht mehr so zahlreich." Dennoch hält er die verkaufsoffenen Sonntage für wichtig. Gerade bei Großanschaffungen hätten Eheleute dann gemeinsam Zeit für Beratung und Gespräch, dies fehle unter der Woche oft.
In der Prümer Innenstadt ist am frühen Nachmittag auf den Straßen wenig los. Doch ein Blick auf die vielen Regenschirme, die tropfnass vor den Geschäften auf ihre Besitzer warten, lassen ahnen, dass hinter den Türen, in den Geschäften, doch Betrieb sein muss. Das bestätigt auch Christine Kausen, Vorsitzende des Prümer Gewerbevereins, und zeigt sich zufrieden mit dem Tag: "Wer tatsächlich bei diesem Wetter loszieht, ist auch kaufwillig."
Mit dem Wetter zu kämpfen hat auch die katholische Gemeinde, die vor der Basilika ihr Pfarrfest feiert. Aber Pfarrer Christian Müller sagt: "Das Wetter ist nicht so schlimm. Ich habe dann immer das Gefühl, dass die Menschen näher zusammenrücken." Wenngleich die Hüpfburg verwaist und die vielen aufgebauten Zelte leer sind, kommen gegen 16 Uhr doch noch viele, um einer symbolträchtigen Mitmachaktion des katholischen Hilfswerkes Missio beizuwohnen.
Auf Initiative von Gemeindereferent Thomas Maas hatten Kinder, Jugendliche und Erwachsene zuvor eine große Mauer aus Styroporsteinen errichtet. "Sie soll daran erinnern", erklärt Missio-Referentin Andrea Tröster vom Bischöflichen Generalvikariat Trier, "dass in 188 Ländern dieser Welt Menschen wegen ihrer Religion verfolgt werden." Diese Mauer, symbolisch für die Mauern in den Köpfen der Menschen, wird später wieder eingerissen. Pünktlich zu dieser Aktion schiebt sich auch wieder die Sonne durch die Wolken und die Prümer Straßen füllen sich wieder mit Leben.