Leerstände am Ptümer Hahnplatz: wo sich etwas tut

Stadtentwicklung : Schau, Fenster!

Man sieht sie immer deutlicher: die Leerstände rund um den Prümer Hahnplatz. Und doch bewegt sich an einigen Stellen etwas. Ein beinah kompletter Überblick.

Wer sich in diesen Januartagen auf dem Prümer Hahnplatz umblickt, der stellt fest: Man kann sich tatsächlich auch ganz anders umschauen als früher, zumindest, wenn nicht gerade ein Bagger oder ein Bausilo im Weg steht. Denn man sieht viel mehr. Dank der Planung von Maik Böhmer lässt sich das städtische Herz als deutlich einheitlicheres Gesamt-Ensemble erleben als früher. Auch wenn die Arbeiten am Umbau noch nicht abgeschlossen sind.

Allerdings fällt jetzt auch ein bisschen deutlicher ins Auge, wo noch Lücken gähnen – in einigen der Geschäfte rund um den Platz nämlich. Beispiel: das Gebäude, das ehemals den Schlecker-Markt und davor den Woolworth beherbergte, am oberen Platz. Die Besitzerfamilie, sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy, versuche, jemanden zu finden, der das große Ladenlokal pachten wolle: „Die bemühen sich intensiv und wollen das auf jeden Fall vermieten.“ Mehr ist derzeit nicht herauszufinden, eine Anfrage unsererseits blieb unbeantwortet.

Anders ein paar Meter weiter, im Anschluss an Daniele Haas’ Café Opulenzia: Dort haben Gabi und Wolfgang Mölter das Haus gekauft, in dem vorher die Boutique „La Moda“ war. Und sie wollen sanieren: „Wir haben den Bauantrag gestellt“, sagt Gabi Mölter, „wir warten nur darauf, dass wir den genehmigt bekommen“. Und fürs Ladenlokal habe man bereits per Handschlag einen Vertrag mit Natalie Hacken aus Auw, die dort eine Zweigstelle ihrer Werbeagentur eröffnen werde. „Und obendrüber kommen drei Wohnungen rein. Wir hoffen, dass wir, wenn der Frost vorbei ist, damit anfangen können.“

Überquert man dort die Hahnstraße, steht man schon bald an einem weiteren, derzeit nicht genutzten Laden, in dem bis voriges Jahr der Billig-Anbieter NKD seine Kleidung verkaufte. Eigentümer Detlef Gehrke hatte bereits vor einigen Monaten im TV gesagt, dass er sich dort um ein hochwertiges Geschäft bemühen wolle, sobald der Hahnplatz gemacht sei.

Das will, an anderer Stelle, auch Udo Sohns aus Brandscheid: Ihm gehören mehrere Häuser in der Zeile zwischen Basilika und dem ehemaligen Schlecker-Markt. Ganz unten, direkt neben der Kirche: Das Gebäude des früheren Elektro-betriebs Wirzfeld. Sohns renoviert dort gerade alles, durch den Winter sei man zwar „ein bisschen ins Stocken geraten“, aber bald sei man so weit. Und er hofft, „dass wir da einen vernünftigen Mieter finden“. Ein Stück weiter oben – im früheren Café „Setz dich“, hat er bereits jemanden unter Vertrag: Am Dienstag, 15. Januar, eröffnet dort ein griechisches Restaurant.

Direkt daneben lässt Sohns außerdem die Fassade des Schnellrestaurants „Mäc Hämpi“ verschönern: „Das wird der alten Optik vom Café Hahn angepasst, mit kleineren Sprossenfenstern. Damit es dann da wirklich ordentlich aussieht.“ Sohns weiß, dass es in der Stadt etwas Unmut gegeben hatte wegen der bisherigen Gestaltung des Schnellimbisses. Aber das werde nun geändert, und, sagt er, „ergibt ein schönes Bild“. Und er lobt in diesem Zusammenhang die Stadtbürgermeisterin, die auf der größten Prümer Baustelle alle Hände voll damit zu tun hat, die Wünsche und Ansprüche von Bürgern, Unternehmern, Eigentümern irgendwie aneinander vorbei zu balancieren: „Da haben wir einen sehr guten Kontakt. Die Bürgermeisterin hat uns immer geholfen, wenn wir Hilfe brauchten. Das kann ich wirklich sagen.“

Christine Kausen, die Vorsitzende des Gewerbevereins, freut sich darüber, dass sich ein Ende zumindest einiger Leerstände abzeichnet. Aber dass etwa Udo Sohns auch seine Fassaden verschönere, sei ebenfalls „eine gute Sache“.

Darüber hinaus erwartet sie aber noch mehr Dynamik am runderneuerten Hahnplatz: „Ich bin ja fest davon überzeugt, dass die Läden, die jetzt noch leer stehen, Nachmieter finden, wenn der Platz einmal fertig ist. Dass dann der eine oder andere sagt: Jetzt kann ich mir das vorstellen.“ Weil es eben auch nicht sein könne, „dass da so schöne Objekte leer stehen.“

Das Engagement gilt auch für die Vorsitzende selbst: Sie und ihr Mann Michael sind ebenfalls Eigentümer einer Hahnplatz-Immobilie: des Hauses mit dem Arkadendurchgang zur Bahnhofstraße, das ebenfalls in die Jahre gekommen ist. Das wird sich ändern: „Das wird auch saniert“, sagt Christine Kausen.

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