Leerstände vermeiden, Lücken schließen, Flächen neu beleben

Utscheid · Utscheid ist eine von acht Gemeinden im Kreisgebiet, die an der Initiative Zukunfts-Check-Dorf des Eifelkreises teilnehmen. Im Rahmen einer Bestandsaufnahme hat die Gemeinde nun ihre Stärken und Schwächen ausfindig gemacht, um daraus dann Handlungsfelder für die Zukunft abzuleiten.

Der Utscheider Ortsbürgermeister Alexander Stellmes (stehend) erläutert den Bürgern bei der Versammlung im Dorfgemeinschaftshaus die Ergebnisse der Bestandsanalyse. TV-Foto: Uwe Hentschel

Utscheid. Auch wenn er mit seinen 16 Metern Höhe zu den kleinsten in ganz Deutschland gehört, so ist der Wasserturm im Ortsteil Buscht das Wahrzeichen von Utscheid. 1957 wurde er erbaut, Anfang der 90er Jahre schließlich von dem inzwischen verstorbenen Architekten Oswald Mathias Ungers umgebaut. Es sind nicht die einzigen Spuren, die der renommierte Architekturprofessor in Utscheid hinterlassen hat. Etwas außerhalb liegt das Haus Glashütte, in dem Ungers zeitweise gelebt hat. Und dann ist da noch das Dorfgemeinschaftshaus, das ebenfalls nach den Plänen des Architekten umgebaut wurde und in dem nun 15 Jahre später die Ergebnisse der Initiative Zukunfts-Check Dorf vorgestellt werden. Kreisweit nimmt aus jeder Verbandsgemeinde jeweils ein Ort an dem Projekt teil. Und für die Verbandsgemeinde Neuerburg ist es Utscheid.
Es geht im Wesentlichen um eine gründliche Bestandsaufnahme der Gemeinde, um daraus dann eine Prioritätenliste für die Zukunft zu erarbeiten. Rund 30 Bürger sowie Vertreter des zuständigen Planungsbüros, der VG Neuerburg und des Eifelkreises sind ins Gemeindehaus gekommen, wo nun Ortsbürgermeister Alexander Stellmes die Stärken und Schwächen seiner Gemeinde präsentiert.
Liste der Defizite


Zu Letzteren zählen laut Stellmes die teilweise unzureichende Breitbandversorgung, die verbesserungswürdige Grünflächengestaltung sowie Defizite im gastronomischen Angebot und in der Jugendarbeit. So werde bereits seit längerem ein Leiter für den Jugendtreff gesucht, sagt Stellmes. Bislang aber ohne Erfolg.
Auf der anderen Seite verfüge Utscheid aber über eine gut organisierte kulturelle und soziale Infrastruktur, erklärt der Ortsbürgermeister. Zudem sei die Bevölkerungszahl, die aktuell (inklusive der Ortsteile Buscht, Rußdorf und Neuhaus) bei 485 Einwohnern liegt, seit einigen Jahren stabil. Allein in den vergangenen zwei Jahren seien im Ort 17 Häuser verkauft worden, sagt der Ortsbürgermeister. Zudem wurden seit 2004 insgesamt 23 neue Häuser gebaut.
Wie Kurt Rings, Mitarbeiter der VG-Verwaltung Neuerburg, erklärt, wird in den kommenden zehn Jahren mit einem weiteren Bedarf von sechs Bauflächen gerechnet. Jedoch gebe es im Ort auch noch Potenziale. So habe die Bestandsaufnahme gezeigt, dass insgesamt noch 49 Baugrundstücke vorhanden seien.
Abzüglich der Grundstücke, die (nach Auskunft der Eigentümer) nicht verfügbar, in absehbarer Zeit bebaut oder aber aufgrund der Topografie nicht zur Bebauung geeignet seien, bleiben davon noch 19 Grundstücke übrig, sagt Rings.
Hinzu kommen rund zehn Häuser in denen bereits jetzt oder aber bis spätestens 2030 ein Leerstand zu erwarten ist. Aus diesem Grund hat die Gemeinde die "Initiierung eins Leerstandsmanagements zum offenen Dialog mit den Eigentümern und zur Schaffung von Akzeptanz und Aktivierung innerörtlicher Flächenpotenziale" an oberster Stelle ihrer Liste gestellt. Benelux-Sprachkenntnisse sind bei diesem Dialog übrigens nicht von Nachteil. Laut Gemeindechef Stellmes sind in den vergangenen Jahren nämlich die meisten Häuser an Luxemburger und Niederländer verkauft worden. uhe