Lehreralltag in Sri Lanka

Nach der Schule die Welt erkunden: Diesen Traum erfüllen sich drei Biesdorfer Abiturienten. Ihr Ziel: Sri Lanka. Für ein Jahr werden sie dort Schüler unterrichten.

Biesdorf/Utscheid. (jör) Kaum das Abitur in der Tasche, machten sich Mareike Franzen, Leander Schulz und Oliver Junggeburth Ende August auf, Schülern in Sri Lanka Wissen zu vermitteln. Der Kontakt zu zwei privaten Schulen in Sri Lanka wurde über die Grund- und Hauptschule (GHS) St. Hildegardis Mettendorf geknüpft. Die GHS engagiert sich seit dem Tsunami 2004, sei es durch Spendenaktionen oder Schüleraustausch, für die beiden von der Familie Frauenfeld gegründeten Schulen. Um sich auf den Schulalltag in Sri Lanka vorzubereiten, absolvierten die drei angehenden Lehrer ein dreimonatiges Praktikum in Mettendorf. "Das hat sehr viel Spaß gemacht. Da wir selbst vor kurzem noch Schüler waren, kennt man ja die ganzen Tricks. Das hat sehr geholfen", analysiert Leander Schulz seine ersten Lehrerfahrungen. "Wir mussten auch Lehrproben halten", ergänzt Franzen. In Sri Lanka werden sie ein Jahr lang Klassen unterrichten. Neben der Amtssprache, Singhalesisch, wird dort auch auf Deutsch und Englisch unterrichtet. "Die Lehrpläne haben wir schon zugeschickt bekommen", sagt Junggeburth. "Man muss sich ja auch entsprechend vorbereiten. Bücher besorgen, sichten, Unterrichtsmaterial zusammenstellen. Der Alltag eines Lehrers halt", ergänzt Schulz. Ganz nebenbei gilt es sich aber auch, sich mit einem fremden Land und einem andern Kontinent, Asien, auseinanderzusetzen. Sri Lanka hat eine lange Zeit unter Kolonialflagge hinter sich. Unter anderem wurde das Land von Niederländern, Portugiesen und Engländern besetzt. Die Zeit als Kronkolonie und danach im britischen Commonwealth hat das Land nachhaltig geprägt. "Das Schulsystem ist britisch. Die Schüler tragen zum Beispiel auch Uniformen", sagt Junggeburth.Für die beiden jungen Männer hat der Aufenthalt in Sri Lanka noch einen weiteren Ansporn. "Wir absolvieren hier unseren Wehrersatzdienst. ,Anderer Dienst im Ausland' heißt das offiziell, glaube ich", sagt Junggeburth. "Angst", so verraten die drei Abenteurer am Schluss; "schwingt aber auch mit, ein wenig zumindest".