Leipzig würdigt Eifeler Künstler

Leipzig würdigt Eifeler Künstler

Leipzig-Touristen ist seine Faust-Skulptur bestens vertraut, auch wenn sein Name in Vergessenheit geraten ist. Nun stellt das Museum der bildenden Künste Werke des Eifeler Künstlers Mathieu Molitor aus. Auch eine Gruppe aus der Eifel war bei der Eröffnung dabei.

Pickließem/Leipzig. (red) Der vergessene Künstler Mathieu Molitor aus der Eifel und seine weltbekannte Faust-Gruppe vor Auerbachs Keller in der Mädler-Passage in Leipzig, die er 1907 schuf, sind der Grund, weshalb das Museum der bildenden Künste in Leipzig dem 1873 in Pickließem geborenen Künstler eine Ausstellung mit dem Titel "Mathieu Molitor. Maler - Bildhauer - Graphiker" widmet. Dank der Unterstützung des Leiters der graphischen Sammlung, Richard Hüttel aus Scharfbillig, wird bis zum 24. Oktober in Kooperation mit dem Kreismuseum Bitburg-Prüm und dem Restaurant Auerbachs Keller ein eindruckvoller Querschnitt durch das vielschichtige Werk Mathieu Molitors gezeigt.

In ihrer Laudatio würdigten der Leiter des Museums Hans-Werner Schmidt und Richard Hüttel in Mathieu Molitor vor allem den neuen Künstlertyp als Vertreter des Kunstgewerbes, der sehr früh in den Bereichen des Kunsthandwerks, der Kunstindustrie und der Werbung gearbeitet hat. Ohne sich in seinem Werk der Modernität zu verpflichten, habe er dennoch die Ziele des 1907 gegründeten deutschen Werkbundes eingelöst. Obwohl er seinem berühmten Zeitgenossen Max Klinger auf der Suche nach einem Zeitstil unterlegen blieb, habe er einen beachtlichen und bis heute unbekannten Beitrag zur Produktgestaltung seiner Zeit geleistet. So meinte der Leiter des Museums der bildenden Künste, Klingers Leipzig habe Molitor geholfen, die Eifel hinter sich zu lassen. Von der Popularität des Werkes von Mathieu Molitor kann man sich als Besucher der Mädler-Passage überzeugen. Die Skulpturengruppe wird ständig als begehrtes Fotomotiv von Touristen umlagert. Hier hat er seinen erfolgreicheren Zeitgenossen Max Klinger überflügelt, dessen Name bekannter ist als sein Werk. "Kurzum: Hier rangiert die Bekanntheit des Werkes weit vor der des Künstlers, und ich fürchte Klingers ,Beethoven' ist bei weitem nicht so bekannt wie Molitors Faust-Gruppe", sagte Hans-Werner Schmidt in seiner Eröffnungsansprache.

Die überraschend vielen Gäste bei der Ausstellungseröffnung, unter ihnen auch eine Gruppe aus der Eifel mit dem Kyllburger Bürgermeister Bernd Spindler, die der Einladung der pädagogischen Leiterin der Volkshochschule des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Marlen Meyer, gefolgt war, zeigten sich beeindruckt von der Präsentation des Werkes und der Würdigung des Künstlers, denn - so der Leiter des Museums der bildenden Künste: "Mathieu Molitor, das klingt nach Salon, Boulevard und Grand Palais und nicht nach einer Dorfstraße in Pickließem, wo der Künstler aufgewachsen ist."