„Lerne die Sprache des Nachbarn“- Französische Spracharbeit in der Kindertagesstätte

Kindertagesstätten im Eifelkreis : Französisch für die Kleinsten

An mehr als 30 Kindertagesstätten im Eifelkreis sind Muttersprachler im Einsatz. Sie haben nun ihre pädagogische Arbeit der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ganz früh in Kontakt kommen mit Französisch: Das ist das Ziel des Landesprogramms „Lerne die Sprache des Nachbarn“. Als besonderer Schwerpunkt gilt dabei die Arbeit in den Kindertagesstätten.

Das Programm zielt darauf ab, Kinder für die Sprache zu begeistern, die in den drei Nachbarländern Belgien, Luxemburg und Frankreich beheimatet ist. Sie sollen für die Fremdsprache sowie deren Sprachmelodie und Rhythmus sensibilisiert werden, aber auch die französische Kultur und ihre Traditionen vermittelt bekommen.

Doch ein solches Vorhaben will auch finanziert werden: Dafür braucht es neben dem Land, das 60 Prozent der Personalkosten trägt, auch die Kreise und die Kommunen. So ist es auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm: Er macht mit beim Projekt – und das schon sehr lange. Denn der Jugendhilfeausschuss hat schon im Jahr 2000 einer Förderung in Höhe von 20 Prozent der Personalkosten für zusätzliche Erziehungskräfte zur Vermittlung der französischen Sprache zugestimmt, wenn sich die Gemeinden des Einzugsbereichs ebenfalls mit 20 Prozent der Kosten beteiligen.

Zu Beginn des Kindergartenjahres 2019/2020 begannen in 33 Kitas im Eifelkreis Französisch-Muttersprachler damit, den Kindern ihre Kultur, Sprache und Tradition zu vermitteln. Bewilligt sind Stellen für 50 Kitas, allerdings sind derzeit nicht alle besetzt.

Um zu zeigen, was in den Tagesstätten geleistet wird, hatten die Fachkräfte einige Veranstaltungen organisiert: In Bitburg fand im Haus der Jugend eine „musikalische Reise durch die Frankophonie“ statt. An diesem Nachmittag unterhielten etwa 80 Kinder aus den umliegenden Kitas (Liebfrauen Bitburg, St. Peter Bitburg, St. Martin Bickendorf, St. Hubertus Nattenheim, St. Laurentius Seffern, „Kleine Strolche“ Oberweis sowie Mötsch) und deren Französischfachkräfte mit französischen Liedern, Reimen und Tänzen.

Im Foyer der Kreissparkasse Bitburg wurde die Arbeit unter dem Motto „Je suis un artiste des couleurs – ich bin ein Farbenkünstler“ präsentiert. Dabei wurden Kunstwerke der Kinder aus den Kitas St. Josef Mettendorf, St. Hubertus Wolsfeld, St. Elisabeth Irrel, Maria Himmelfahrt Holsthum, St. Hubertus Körperich, St. Maximin Bettingen, Burbach und Neidenbach ausgestellt.

Einige Kitas (Maria Magdalena Arzfeld, Maria Himmelfahrt Bleialf, St. Marien Niederprüm, Unserer lieben Frauen Schönecken, St. Martin Lützkampen, Schwirzheim, Büdesheim sowie St. Johannes der Täufer Waxweiler) entwickelten gemeinsam eine Broschüre, die anhand von Praxisbeispielen einen Einblick in die vielfältige französische Spracharbeit gibt.

Auch aus Sicht des Kreises ist das Projekt erfolgreich. Er will alle Kita-Träger, die solche Stellen schaffen wollen, unterstützen, „um einen möglichst flächendeckenden Einsatz von Französischkräften zu erreichen“. Bewerben können sich Kitas, die im Einzugsbereich einer Grundschule liegen, die Französischunterricht anbietet.

Mehr von Volksfreund