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Lesen als Investition in die Zukunft

Lesen als Investition in die Zukunft

Fast 120 Schulen in der Region erhalten schon täglich den Volksfreund durch die Unterstützung von Lesepaten für ihre Lese-Ecken. Absolut überzeugter Lesepate ist Gerhard Eder, Werkleiter von Stihl in Weinsheim bei Prüm.

Weinsheim. Es geht ihm um Haptik, um Kultur, um Bildung und um Papier. Gerhard Eder schwört auf das Lesen von gedruckten Buchstaben, sei es in Büchern oder Zeitungen. "Natürlich habe ich für Reisen auch ein E-Book, natürlich informiere ich mich auch mittels Smartphone - aber es ist doch ein ganz anderes Gefühl, eine Zeitung oder ein Buch in den Händen zu halten."
Der Werkleiter von Stihl Magnesium Druckguss in Weinsheim bei Prüm, Chef von mehr als 600 Mitarbeitern, steht gerne bereit, um zu betonen, dass "Papier nicht Schnee von gestern ist", vor allem, wenn es um die Kultur des Lesens bei Kindern und Jugendlichen geht. Daher war Eder auch einer der ersten Lesepaten für Schulen in der Region, als er vom Volksfreund-Projekt "Zeitungspatenschaft" erfuhr. Dabei übernimmt der Pate für ein Jahr die Kosten für das Zeitungsabo, der TV stellt in den jeweiligen Schulen eine Lese-Ecke (Tisch und drei Sitzgelegenheiten) auf - mittlerweile sind es rund 120 Schulen in der ganzen Region, die sich dank eines Lesepaten täglich mit dem Trierischen Volksfreund informieren.
Zeitung in der Berufsschule


Eder und Stihl entschieden sich für ihre Lesepatenschaft für die Berufsschule in Prüm - aus gutem Grund. "Unsere Azubis des ersten Lehrjahres gehen alle auf diese Schule, weswegen wir schon viele Projekte dort unterstützt haben", sagt Eder. Weiterer Vorteil: "Ich bekomme durch unsere Azubis die permanente Rückmeldung, dass die Lese-Ecke intensiv genutzt wird und sehr gut ankommt."
Der Werkleiter ist Verfechter der Leseförderung. "Jugendliche von heute wachsen mit Smartphone und Tablet-Computern auf, daher müssen sie erst an das Lesen des gedruckten Worts herangeführt werden. Was man in gedruckter Form liest, behält man sich doch viel eher als in elektronischer Form", lautet die Prämisse von Eder, der regelmäßig Zeitungen liest - auch wegen der Kommunikation: "Natürlich unterhält man sich auch eher über die Inhalte. Das ist einfach eine andere Lesekultur."
Die Übernahme der Zeitungspatenschaft ist für Stihl und Eder nur ein Puzzlestück in ihrem Engagement, bei dem die Region über allem steht: "Es ist doch unglaublich schwer, Menschen aus anderen Region hierher zu verpflanzen. Deswegen müssen wir alles dafür tun, dass die Menschen aus unserer Region auch in unserer Regionen bleiben." Eder sieht dies auch als Verpflichtung für seine Mitarbeiter und als Motivation, Jugendliche auszubilden - stolz ist man auf den mittlerweile 500. Azubi seit Werksgründung 1971.
"Wir als großer Arbeitgeber haben eine Verpflichtung, den Menschen, die für uns arbeiten, auch etwas zurückzugeben. Wir müssen ein soziales Umfeld schaffen, das verhindert, dass Dörfer ausbluten. Dazu gehören Vereine genauso wie die Feuerwehr, aber eben auch Schulen. Daher haben wir verschiedene Patenschaften - viele auch mit dem Ziel, Jugendliche für eine Ausbildung bei uns zu begeistern und Anreize zu schaffen", sagt Eder.
Es gibt noch viele Schulen, die einen Zeitungspaten suchen. Alle Unternehmen, Fördervereine oder Einzelpersonen, die "ihre" Schule für ein Jahr mit dieser Investition in Sachen Bildung unterstützen wollen, können sich per Mail an zeitungspaten@volksfreund.de wenden. Im Internet unter www.paten-machen-schule.de findet sich eine Liste derjenigen Schulen, die noch keinen Lesepaten haben.