Leserbrief: Jugendhaus

Zum Artikel "Kreis lehnt Übernahme des Hauses der Jugend in Jünkerath ab" (TV vom 17. November) schreibt dieser Leser:

Dass der Jugendhilfeausschuss des Kreises die Schließung eines Jugendhauses zulässt, ist unglaublich! Die 60 000 Euro für das Jugendhaus in Jünkerath pro Jahr sind die beste Investition in unsere Zukunft, die man sich denken kann! Sie würde sich vielfach verzinsen! Wenn wir hier sparen, werden die Folgen uns alle teuer zu stehen kommen: Politikverdrossenheit, sozialer Rückzug, Mediensucht, Kommunikationsstörungen, mangelnde Integration gerade auch ausländischer Jugendlicher, Landflucht und das Sterben der Dörfer werden unmittelbar durch solche absolut kurzsichtigen Entscheidungen gefördert. Wer soll uns in Zukunft als Alten- oder Krankenpfleger betreuen, wer als Arzt versorgen, wer unsere Rollstühle reparieren und unsere Häuser instand halten? Wir müssen alles dafür tun, dass die Jugendlichen hier gerne leben wollen, dass sie sich ernst genommen fühlen und Möglichkeiten erhalten, sich in betreuten Jugendräumen zu treffen oder gemeinsam Sport zu treiben. Nur so können wir verhindern, dass sie als junge Erwachsene so schnell wie möglich das Weite suchen! Absolut unverständlich wird das Ganze, wenn man am 19. November im TV liest, dass für ein Programm der Dorferneuerung teure Planungsbüros aus Trier und Boppard engagiert werden müssen. Diese führen in ausgewählten Gemeinden Dorfmoderationen durch zum Thema: soziale Gestaltung innerhalb der Gemeinden. Fazit dieser kostspieligen Aktion: Es fehlt insbesondere an Angeboten einer offenen Jugendarbeit. In Herforst hat das Land für die nächsten sechs Jahre einen Zuschuss von 65 Prozent für den Ausbau dieses Angebotes zugesagt. Wie kann man da ein gut funktionierendes Jugendzentrum einfach zuschließen? Reinhold Jansen, Daun

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