Lesermeinung zu Parkplatz-Streit in Bitburg

Lesermeinung : Weniger Blech, mehr Leben

Parkplatz-Streit in Bitburg

Zu unserem Bericht „Händler atmen auf, Parkplätze bleiben“ (TV vom 30. April) schreibt dieser Leser:

Die Frage, die man sich stellen muss, ist doch die: Will Bitburg eine lebendige, lebenswerte Stadt sein oder eine sterile Autostadt?

Sollte letzteres der Fall sein: Weitermachen! Ansonsten sollte man sich einmal ein Beispiel nehmen an den Städten, die in Umfragen als besonders lebenswert bewertet werden. Städte, in denen es besonders viele Autos und Parkplätze gibt, gelten deshalb nicht zwangsläufig auch als besonders lebenswert wegen ihrer tollen Parkplätze. Im Gegenteil. Als besonders lebenswert werden sogar erstaunlich viele Städte bewertet, die teilweise autofrei sind. Weniger Lärm und Abgase, dafür mehr Lebensqualität. Hält man das in Bitburg für absolut unrealistisch?!

In Bitburg sollen es im Optimalfall immer mehr Parkplätze sein, auf keinen Fall weniger. Und nach dem Willen der im Artikel befragten Innenstadthändler sollten diese vorzugsweise direkt neben jedem Geschäft und vermutlich auch möglichst breit sein, so dass das typische Stadtauto, ein SUV, auch in die Lücke passt.

Vielleicht würden die besagten mehr als 50 Kundinnen und Kunden der Bäckerei, die mit ihrer Unterschrift gegen den geplanten Parkplatzabbau protestierten, auch eine Petition für einen Drive-In-Schalter beim örtlichen Bäcker unterschreiben. Oder wir streichen das Wort Fußgängerzone, lassen Autos durch den besagten Bereich fahren und nutzen den Spittel als Parkplatz. Irgendwie sieht der Platz ja auch wie einer aus.

Im besten Fall lässt sich aber ein Kompromiss finden, mit ausreichend Stellflächen und ein paar Meter mehr Fußweg für mehr einladende Stadtbereiche. Man kann sogar mit dem Fahrrad zum Bäcker fahren, wenn es denn Fahrradwege geben würde. Aber das wurde schon vor drei Jahren von den Bitburger Schülern bemängelt. Passiert ist seitdem leider nichts. Selbst Fahrradständer sucht man in der Kreisstadt vergebens.

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