Lesermeinung zum Gesteinsabbau in der Eifel

Lesermeinung : Wertvolle Steine aus der Eifel nicht rücksichtslos abbauen

Gesteinsabbau in der Vulkaneifel

Zum Thema Gesteinsabbau schreibt dieser Leser: Seit dem Altertum verwendet der Mensch Natursteine zur Erleichterung seines Lebens und zum Bau von Behausungen, Grab- und Denkmälern. Bis heute erhalten sind  die Pyramiden in Ägypten oder der Steinkreis in Stonehenge. In der Eifel waren dies in der Steinzeit oft Feuersteine und Obsidiane zur Herstellung scharfkantiger Werkzeuge und Schmuck- oder Heilsteine, später kamen Schleif- und Mahlsteine aus Basaltlava und Sandstein hinzu. Besonders die Herstellung von Mühlsteinen gewann  eine große Bedeutung, da sich Basaltlava sehr gut dafür eignet. Spuren aus dieser Zeit finden sich an vielen Bergkuppen unserer Heimat, teilweise als anerkannte Naturdenkmäler. Schließlich erschloss man bedeutende Vorkommen, aus denen hochwertige Werksteine gebrochen werden konnten. Durch manuelle Bearbeitung entstanden Quader und Rechtecke und Säulen. Damit hatte man das Ausgangsmaterial zur Errichtung vielfältiger Profan- und Sakralbauten.

Die Römer waren ihrer Bautechnik weit voraus und schufen so die Grundlage für die Entwicklung von „Eyfalia“, zum Beispiel durch den Bau von Straßen, Brücken, Aquädukten und Villen. Jeder kennt wohl die Porta Nigra, die Moselbrücke in Trier oder die Igeler Grabsäule.

Ebenfalls frühe Zeugnisse der Baukunst finden wir an den Rändern der Eifel: der Aachener Dom mit seinem Oktagon, die Abtei Maria Laach als perfektes Beispiel romanischer Baukunst, die Dome in Köln und Trier nicht zu vergessen. In der Vulkaneifel finden wir zahlreiche Kirchen, Kapellen und andere Gebäude aus romanischer, gotischer, barocker oder klassizistischer Zeit. Sie legen alle Zeugnis von der Kunstfertigkeit früherer Baumeister ab. Dies zu erhalten und zu schützen ist Aufgabe einer jeden Generation, kunsthistorisch von hohem Interesse und gesellschaftlich erwünscht.

Heute steht Naturstein als Baumaterial für zahlreiche Anwendungen im Innen- und Außenbereich zur Verfügung. Auch als Fassadenbekleidung machen Natursteinplatten eine gute Figur, sind sie doch witterungsbeständig, wartungsarm und umweltfreundlich zu recyceln. Dabei sollte jedoch immer auf eine regionale Herkunft geachtet werden.

Der dafür notwendige Abbau von wertvollem Werkstein steht nicht im Widerspruch zu den Interessen der Interessengemeinschaft Eifelvulkane, erfolgt er doch achtsam und vorsichtig und damit fast zwangsläufig in einem für die Natur vertretbarem Tempo. Natürlich fallen dabei auch Abraum und andere nicht unmittelbar verwertbare Massen an. Diese könne aber zusammen mit geeignetem Recyclingmaterial zu einem hochwertigem Füllmaterial veredelt und regional vermarktet werden.

Im Gegensatz dazu steht der rücksichtslose Abbau zu Erzeugung von billigem Schotter, Kies und Sand, der unserer Meinung nach nicht länger hinnehmbar ist.

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