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Letzte Meilen der Eifeler Megaleitung

Planung der neuen Stromtrasse von Wittlich Richtung Bitburg geht voran : Letzte Meilen der Eifeler Megaleitung

Ein großes Stück der neuen Hochspannungstrasse durch die Eifel ist bereits fertig. Und auch die Planungen für den letzten Abschnitt zwischen Wengerohr und Niederstedem sind einen entscheidenden Schritt vorangekommen.

Ob beim Kaffeekochen am Morgen, beim Arbeiten auf dem Laptop am Mittag oder am Abend vor dem Fernseher — für uns ist Strom selbstverständlich. Dass das Licht einmal ausgehen könnte, scheint unvorstellbar. Dabei ist Versorgungssicherheit keine Selbstverständlichkeit, und erfordert Aufwand. Denn seit immer mehr Atom- und Kohlekraftwerke vom Netz gehen, Windräder und Photovoltaikanlagen einspeisen, müssen Betreiber das Netz ausbauen. Dieses war ja vor der Energiewende auf den Betrieb weniger, leistungsstarker Meiler ausgelegt. Und nicht auf die heute vielen kleinen Anlagen abseits der Städte, also etwa in Eifel und Hunsrück. Gebraucht werden folglich neue Stromautobahnen, die es ermöglichen, die von Rotoren und Solarzellen erzeugte Energie über weite Strecken zu transportieren. Dorthin, wo gerade nicht die Sonne scheint, wo es windstill ist, oder keine Anlagen stehen.

Auch quer durch die Eifel, aus dem Koblenzer Raum bis in die Südeifel, will die Firma Amprion eine 108 Kilometer lange Megaleitung in Betrieb nehmen (der TV berichtete). Und entlang der 145- Millionen-Euro-Trasse ist auch schon einiges passiert. Zwischen Metternich und Pillig stehen die Türme bereits. Alte, etwa 50 Meter hohe, Masten wurden durch neue 60 Meter-Riesen ersetzt. Und von 220-Kilovolt auf 380-Kilovolt Spannung hochgerüstet.

Der zweite Abschnitt zwischen Pillig und dem Umspannwerk im Wittlicher Stadtteil Wengerohr wird derzeit geplant. Und auch beim Ausbau des letzten, 39 Kilometer langen, Teilstücks zwischen Wengerohr und Niederstedem sind die Behörden offenbar einen Schritt weitergekommen. Mit dem angedachten Baubeginn im Herbst 2020 für die Trasse durchs Wittlicher, Speicherer und Bitburger Land könnte es zwar eng werden. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat aber immerhin das sogenannte Planfeststellungsverfahren eingeleitet.

 Grafik: TV
Grafik: TV Foto: TV/Birgit Keiser

Hinter dem Bürokratenwort verbirgt sich eine Anhörung, bei der erörtert werden soll, ob die Leitung Wasserrecht, Naturschutz, Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Straßenverkehr beeinträchtigen könnte. Behörden, Verbände und Privatleute können Einwendungen vorbringen. Bei einer „raumordnerischen Prüfung“, wieder ein Beamtenwort, hatte die Landesumweltbehörde allerdings bereits festgehalten, dass die positiven die negativen Auswirkungen der Trasse überwiegen. Die Chancen für den baldigen Bau der 128 Masten und den Abriss der 124 alten stehen demnach  nicht schlecht.