Letzte Ruhe zwischen Sandsteinquadern

In der Gabelung einer Bundes- und einer Landesstraße liegt der Strotzbüscher Tumm (VG Daun), ein römischer Grabhügel mit Grabkammer aus dem dritten Jahrhundert nach Christus.

Strotzbüsch. Als im Jahr 1821 vom damaligen Dauner Landrat Avenarius erste Untersuchungen in die Wege geleitet wurden, war bereits alles leer. Offensichtlich hatten Grabräuber den Hügel heimgesucht und den Inhalt mitgenommen. Und die Zeitspanne für diese Straftat ist äußerst lang. Denn der "Strotzbüscher Tumm", dessen Name von der lateinischen Bezeichnung Tumulus (Grabhügel) abgeleitet ist, dürfte bereits im 3. Jahrhundert nach Christus die Grabstätte einer sehr einflussreichen Familie gewesen sein. Und wie weit deren Einfluss gereicht haben muss, zeigt sich an den Ausmaßen, die dieses Grab einst hatte. So verdeckte die bis zu sechs Meter hohe Erdaufschüttung die aus mächtigen Sandsteinquadern bestehende Grabkammer von viereinhalb Quadratmetern Grundfläche und den aus Lava-blöcken errichteten 5,70 Meter langen und ein Meter hohen Gang, der zu Grabkammer führt. Weitestgehend erhalten ist dieser Gang auch heute noch, was jedoch fehlt, ist der Stein, mit welcher der Gang einst verschlossen wurde. Einen Eindruck von der Grabkammer gewinnt der Besucher jedoch auch ohne mühsamen Weg durch den engen Gang. So ist einer der Deckquader stark beschädigt ist, wodurch von oben ein Blick in die Kammer ermöglicht wird. Noch erhalten sind in der Decke Umrisse einer kreisförmigen Öffnung. Es wird vermutet, dass dieser Zugang nur der Familie bekannt war und bei Bedarf für weitere Bestattungen geöffnet werden konnte.

Vor einigen Jahren hat der Strotzbüscher Tumm eine Schutzüberdachung erhalten. Das schützt die offene Grabkammer vor Witterungseinflüssen und weist darüber hinaus vorbeifahrende Menschen auf die Existenz des römischen Kulturdenkmals hin. Und die Autofahrer kommen aus mehreren Richtungen. Denn der ehemalige Grabhügel liegt heute im Bereich einer Straßengabelung südlich von Strotzbüsch. Auf der einen Seite der Grabkammer verläuft die B 421 und auf der anderen Seite die Landstraße nach Oberschleidweiler.