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Letzte Sitzung des Jahres im Stadtrat Prüm

Prümer Postbankfiliale schließt : Vom Bahnhof rauf zum Hahnplatz

Es ist amtlich: Die Postbank macht ihre Filiale in Prüm dicht, weil sie sich nach Unternehmensangaben nicht mehr rechnet – ein Thema in der letzten Stadtratssitzung des Jahres am Donnerstag.

Sie nehmen es dann doch eher gefasst hin: Als Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU) den Fraktionen am Donnerstag die schlechte Nachricht über das Aus der Prümer Postbankfiliale mitteilt (TV von gestern), regt sich kaum Widerstand. Was will man auch machen: Der Konzern entscheidet, die Stadt muss es hinnehmen.

Das Gebäude, sagt die Bürgermeisterin, „hat der Lidl gekauft“. Und nicht nur das, sondern direkt dahinter auch den Bau, in dem der Billigmarkt seit Jahren bereits residiert. Man habe ihr zugesichert, dass die bisherige Post nicht abgerissen werde.

Der TV bat die Postbank um eine Stellungnahme. Pressesprecher Hartmut Schlegel antwortet: Man habe sich „die Entscheidung nicht leicht gemacht“, beteuert er. Aber: „Auch wenn es auf den ersten Blick anders scheint, rechnet sich eine Filiale nicht mehr überall. Dies ist leider auch in Prüm der Fall.“

Man beobachte „wie alle Banken“, dass sich „der Markt sowie das Verhalten unserer Kunden in Zeiten der Digitalisierung verändern.“ Darauf stelle man sich unter anderem dadurch ein, „dass wir für unsere Kunden unterschiedliche neue Filialformate mit differenzierten Produkt- und Serviceangeboten entwickeln. Zudem überprüfen wir kontinuierlich unser Filialnetz hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit und Optimierungsmöglichkeiten.“

Post- und Paketdienste werde man aber „durch unseren Kooperationspartner Deutsche Post“ aufrechterhalten. Und zwar, immerhin, am Hahnplatz, wie Mathilde Weinandy in der Sitzung ganz aktuell bekannt geben darf: Der künftige „Shop“, wie die Postläden seit einigen Jahren heißen, werde im Telekom-Geschäft untergebracht. Termin: noch nicht bekannt. Auch nicht, was die Postbank ihren Kunden anbieten wird, damit sie weiterhin Konten führen – und kostenlos Geld am Automaten ziehen können.

Dann doch lieber schnell zu erfreulicheren Dingen: Mit dem neuen Bestattungswald hat man ein Angebot geschaffen, das immer mehr Bürger – und nicht nur Prümer – interessiert. Und CDU-Ratsmitglied Alwin Spoo hat sich dazu bereit erklärt, allen Fragenden mit Auskunft weiterzuhelfen.

Die Stadtbürgermeisterin dankt aber auch allen, die „dazu beigetragen haben, dass Prüm im Advent so schön ist“. Das gelte für die Initiative von Sabine Klöckner, Sabine Gehrke, Birgit Bormann und Elke Büsch mit Musik und Weihnachtsbuden am Johannismarkt, für den Musikverein, der auf dem Hahnplatz sein jährliches Konzert zum 1. Advent spielte, für die „mutigen Frauen“ Daniele Haas und Sabine Klöckner, die eine Eisbahn an der Basilika aufbauen ließen. Und für den Gewerbeverein, der die neuen Weihnachtssterne besorgte.

Dass einige mit deren Zahl besonders am oberen Hahnplatz haderten, sei zu verkraften: „Wenn man keine größeren Probleme hat als die Anzahl der Sterne in Prüm, dann ist die Welt doch in Ordnung“, sagt die Stadtchefin.

Christine Kausen, Vorsitzende des Gewerbevereins und Beigeordnete der Stadt, erklärt aber dann, warum da oben am Platz so viele Sternlein stehen: Weil eben der untere Teil vor der Basilika vorerst noch Baustelle sei. Im nächsten Jahr werde man dann die Sterne etwas breiter streuen.

Alles schön im Städtchen? Alle genannt, allen gedankt? Stop, da meldet sich dann später noch Monika Rolef (FWG) von der Initiative Frauenschuh: Sie wolle doch „kurz erwähnen, dass unser Weihnachtsbaum auch sehr schön ist“. Stimmt – und den beschaffen und schmücken die Frauen für den Hahnplatz immerhin bereits seit 25 Jahren. Die Stadtbürgermeisterin bereut ihren Lapsus: „Das ist nicht in Ordnung, dass ich das vergessen habe.“ Aber immerhin sei sie gerade noch mit ihrem Enkelchen am Baum gewesen. „Und er hat gesagt: Schön!“

Mehr gute Nachrichten: Auf das Neubaugebiet „In der Steinertsbach I“ folgt bereits die Nummer zwei. Im ersten Baugebiet „habe ich nur noch ein Grundstück, das ich anbieten kann“, sagt Mathilde Weinandy. Und die Nachfrage für die neuen Flächen sei auch schon wieder hoch, wie sie „frohen Herzens“ verkündet. Der Rat beauftragt die Bürgermeisterin, mit den Verbandsgemeinde-Werken die Abwasser-Erschließung vorzubereiten.

Die Fraktionen erteilen der Stadtverwaltung einstimmig die Entlastung für den Jahresabschluss 2017: „Beanstandungen waren keine“, sagt Bodo Hiltawski (SPD), der Vorsitzende des Prüfungsausschusses. Man empfehle lediglich Jochen Pauls und den Mitarbeitern im Haus der Jugend, was immer „in unserem Städtchen“ zu erhalten sei, „nicht mehr bei Amazon zu bestellen“.