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Leukämie: Typisierungsaktion für erkrankten Eifeler

Leukämie : Erkrankter Eifeler braucht Hilfe: Alle für Nobby

Typisierungsaktion in Preischeid: Freunde und Familie suchen Stammzellenspender für den leukämiekranken Norbert Röder. Wer mitmacht, hilft vielleicht nicht nur ihm.

Fragt man Michael Nelles aus Preischeid, was er von Norbert – „Nobby“ – Röder hält, muss er nicht lange überlegen: „Bekannt wie ein bunter Hund, uneigennützig, hilft allen, steht jedem mit Rat und Tat zur Seite.“ Und deshalb, ergänzt Michael Nelles, „ist das uns allen ein Anliegen, ihm jetzt etwas zurückzugeben.“

Nelles ist einer von vielen, die dem 56-jährigen Schreiner, der auch am Dorfgemeinschaftshaus (DGH) oder den Räumen der Feuerwehr mitarbeitete, zur Seite stehen: Denn der erhielt im Oktober eine erschütternde Diagnose – Blutkrebs, Leukämie. Er braucht zum Überleben eine Stammzellen-Transplantation.

Freunde und Familie organisieren deshalb für Sonntag, 18. Dezember, 11 bis 15 Uhr, im DGH in der Schulstraße eine Typisierungsaktion, in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Deutschen Knochen-Mark-Spende (DKMS): Alle Bürgerinnen und Bürger zwischen 17 und 55 Jahren können daran teilnehmen, einen Schleimhautabstrich an der Wange vornehmen und sich damit registrieren lassen. Landrat Andreas Kruppert hat die Schirmherrschaft übernommen: „Ich hoffe sehr, dass wir es gemeinsam schaffen, möglichst viele von der lebensrettenden Bedeutung einer Stammzellspende zu überzeugen und so den darauf angewiesenen Patientinnen und Patienten neue Hoffnung zu geben und Mut zu machen. Daher bitte ich alle Menschen im Eifelkreis Bitburg-Prüm, denen es gesundheitlich möglich ist, sich registrieren zu lassen.“

 Typisierung: Am Sonntag sind alle Bürger zwischen 17 und 55 Jahren dazu in Preischeid aufgerufen.
Typisierung: Am Sonntag sind alle Bürger zwischen 17 und 55 Jahren dazu in Preischeid aufgerufen. Foto: TV/Fritz-Peter Linden

Auch Luxemburger können an der Typsierung teilnehmen

Schon jetzt, sagt Nelles, erlebe man eine beeindruckende Resonanz: „Das merken wir schon an den Leuten, die sich anbieten, um bei der Aktion zu helfen.“ 40 Menschen sind verzeichnet, weitere stehen auf der Warteliste. Und weil „Nobby“ Röder auch in Luxemburg bekannt ist, schafften es die Organisatoren, dass sogar aus dem Großherzogtum Menschen an der Typisierung teilnehmen können.

Das könnte nicht nur für Norbert Röder die Rettung bedeuten: Denn jede und jeder, die in der DKMS-Datei verzeichnet sind, eignen sich vielleicht als Stammzellenspender für einen anderen Menschen, der an Leukämie erkrankt.

Wie wichtig Stammzellendateien wie die DKMS oder die Stephan-Morsch-Stiftung aus Birkenfeld sind, zeigt sich immer wieder an erfolgreichen Beispielen – auch vor der Haustür.

Da wäre zum Beispiel Desiree Bernarding aus Wadern (Saarland). Vor vier Jahren wurde bei ihr Leukämie festgestellt. Schnell stand fest, nur die Stammzellspende eines genetisch passenden Spenders oder einer Spenderin würde sie retten können: „Für mich war das wie ein Todesurteil“, erinnert sie sich.

Doch sie hat Glück. In der Datei der Stefan-Morsch-Stiftung wurde mit Florian Schwarz ihr Lebensretter gefunden. Mittlerweile kennen und treffen sie sich regelmäßig. „Florian ist für mich zu meinem Bruder geworden“, erklärt die dreifache Großmutter.

Nur in eine Spenderdatei eintragen

Neben der DKMS gibt es also auch noch andere Spenderdateien (insgesamt 26 in Deutschland), bei denen man sich registrieren kann – wie die Stefan-Morsch-Stiftung. Deren Sprecherin Lena Gielen erklärt, wieso man sich nur bei einer Datei anmelden sollte: „Jede Stammzellspenderdatei meldet ihre Daten anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspenderregister Deutschland in Ulm. Wenn man sich bei mehreren Organisationen registriert, könnte es daher sein, dass bei einer Suche für einen Patienten vermeintlich mehrere passende Spender gefunden werden. In Wirklichkeit verbirgt sich dahinter jedoch nur eine Person.“

Die Mehrfachregistrierung verursache daher nicht nur unnötige Kosten, sondern gegebenenfalls auch eine Behandlungsverzögerung für den Betroffenen.

Zurück aber zur aktuellen Aktion, die wirklich viel Unterstützung erfährt: Auch in Dasburg setzt man sich für Norbert Röder ein. Ortsbürgermeisterin Silke Nelles hat ebenfalls zur Teilnahme an der Typisierung aufgerufen. Und verweist auf einen weiteren wichtigen Aspekt: „Auch wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht spenden können oder die Altersgrenze schon erreicht haben, hilft eine finanzielle Zuwendung, Leben zu retten. Die DKMS finanziert sich überwiegend von Spenden und ist dankbar über jede Unterstützung.“

Pro Jahr erkranken im Land nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft rund 13.700 Menschen an einer Form von Leukämie. Jeden Tag spenden durchschnittlich 20 Personen Stammzellen oder Knochenmark. In Deutschland sind sieben Millionen Menschen in der Spenderdatei registriert.