KULTUR: Liebe Grüße aus Dudeldorf

KULTUR : Liebe Grüße aus Dudeldorf

Mit einer Fotoausstellung in der Burg widmet sich der dort ansässige Kultur- und Förderverein einer umfassenden Sammlung von Ansichtskarten aus der Gemeinde.

Kein anderes Dorf im Eifelkreis verfügt über eine derart hohe Dichte an baukulturell bedeutsamen Gebäuden wie Dudeldorf. Und wahrscheinlich gibt es im gesamten Kreisgebiet auch nur wenig Gemeinden, in denen die Entwicklung der örtlichen Baukultur durch Ansichtskarten derart gut dokumentiert wurde wie in Dudeldorf.

Wie viele verschiedene Postkarten mit dem Dorf als Motiv es tatsächlich gibt, weiß keiner. Es sind aber auf jeden Fall weit mehr als 40. Denn so viele sind allein bei der Ausstellung zu sehen, die am morgigen Sonntag in der Burg Dudeldorf eröffnet wird und bis zum 18. November dauert.

„Die Motive auf diesen Karten zeigen die Entwicklung von Dudeldorf, zeigen Menschen, Verkehrssituationen und Häuser, von denen viele nicht mehr da sind“, sagt Ulrich Schneider, der gemeinsam mit Ehefrau Teneka Beckers im privaten Teil der Burg lebt und zwei Tage vor der Vernissage damit beschäftigt ist, im öffentlichen Teil der Burg die Ausstellung vorzubereiten.

Die Präsentation der Ansichtskarten ist der dritte Teil einer Ausstellungsreihe, die über das europäische Leader-Programm als Ehrenamtsprojekt gefördert wird und mit der sich der Kultur- und Förderverein Burg Dudeldorf aus verscheidenen Perspektiven den Besonderheiten der Baukultur widmet.

Die Karten wurden aus privaten Sammlungen von Dudeldorfern zur Verfügung gestellt. Die älteste stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und die jüngsten aus den 1960er Jahren.

Auf einer der Karten ist beispielsweise ein Rundhaus zu sehen, das früher neben einem der Stadttore gestanden hat. Andere Karten dokumentieren das Verschwinden der Treppengiebelhäuser, von denen es in Dudeldorf früher sehr viele gab, oder aber den Umbau der Kirche im Ortsteil Ordorf.

Ausgestellt werden zum einen die Original-Ansichtskarten und ergänzend dazu vergrößerte Fotografien, auf denen sämtliche Details zu erkennen sind. Darüber hinaus wurden bei einigen Karten auch noch die Rückseiten abgelichtet und vergrößert. Somit erfahren die Besucher der Ausstellung auch etwas über die Absender und Adressaten der Ansichtskarten.

„Interessant ist, dass die Karten auch für Werbezwecke genutzt wurden“, erklärt Schneider. So ist beispielsweise bei einigen Karten auf der Rückseite vermerkt, von wem oder in welchem Laden die Karte überreicht wurde.

Der örtliche Metzger, Bäcker oder Gastwirt hatte so die Möglichkeit, mit relativ wenig Aufwand Werbung für seinen Betrieb weit über die Grenzen Dudeldorfs hinaus zu machen. Das geht heute über die sozialen Medien natürlich noch einfacher. Dafür aber hat die alte Variante ihren ganz eigenen Charme.

Zwei alte Postkarten erinnern daran, wie der Ort früher ausgesehen hat. Foto: Uwe Hentschel

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 18. November, in der Burg Dudeldorf (gemeindeeigener Teil), Kirchstraße 19,  zu sehen.  Der Eintritt  ist frei. Öffnungszeiten sind täglich von 11 bis 13 Uhr und 16 bis 19 Uhr.

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