Liebe, Lügen und ein Toter
Im Limburger Mordprozess gibt es von beiden Angeklagten gegensätzliche Aussagen. Während Harald S. (38) aus Lünebach die Tat gestanden hat, weist seine Freundin Petra B. (35) jegliche Beteiligung von sich (der TV berichtete).
Lünebach/Limburg. Beide Angeklagte vor dem Limburger Schwurgericht haben Bezug zur Eifel. Harald S. stammt aus Köln, wohnte aber zuletzt mit Ehefrau und Kindern in Lünebach bei Prüm. Petra B. stammt aus dem Prümer Land und wohnte zuletzt im hessischen Elbtal-Hangenmeilingen. Die beiden haben gemeinsam einen fünfjährigen unehelichen Sohn.Vor seiner Aussage am sechsten Verhandlungstag bricht Harald S. in Tränen aus. Er schildert in allen Einzelheiten, wie er am 17. April 2007 den 44-jährigen Bekannten von Petra B. in deren Wohnung umgebracht habe. Schon im Februar habe sie ihm gesagt, dass sie Probleme mit dem 44-Jährigen habe: Der müsse weg, so dass er nicht mehr wiederkomme, sei gewalttätig und wolle Geld von ihr geliehen haben. "Soll ich ihn umbringen oder was?", habe Harald S. Petra B. gefragt. "Sie sagte ja — das war für mich lächerlich."Doch sie habe ihn immer stärker bedrängt und ihm gedroht, mit dem gemeinsamen Sohn gegen einen Brückenpfeiler zu fahren. Am Tattag seien sie aus der Eifel in den Westerwald gefahren. Er habe aus dem Keller seiner Lünebacher Wohnung eine Eisenstange mitgenommen. In der Wohnung der Angeklagten habe er sein späteres Opfer zum ersten Mal überhaupt gesehen: "Ich lief aufgeregt mit der Eisenstange vor ihm umher, er hinter mir her. Irgendwann hatte ich die Gelegenheit, zuzuschlagen."Auto mit Leiche im Wald verbrannt
Dann hab er Petra B. angerufen und gesagt: "Ich habe den Scheiß gemacht, den du wolltest. Komm mir gefälligst helfen." Er habe den Getöteten in dessen Auto gebracht, gemeinsam mit Petra B. Blutspuren in der Wohnung entfernt und schließlich selbst den Wagen mit der Leiche im Wald verbrannt.Nach Aussage von Petra B. habe sie ihren Beifahrer Harald S. nach der gemeinsamen Fahrt nach Hessen wegen ständiger Streitereien aus ihrem Auto geworfen. Später habe er sie sogar mit einer Waffe bedroht. Mit dem Tod ihres 44-jährigen Bekannten habe sie jedenfalls nichts zu tun.Der Prozess wird am 28. Januar fortgesetzt. Fest steht: Mindestens einer der beiden Angeklagten lügt.