Lilian Pfluke fährt bei Wettkämpfen in Manchester der Konkurrenz davon

Radsport : Zwei Weltmeistertitel gehen nach Prüm

Radsport: Lilian Pfluke fährt bei den Wettkämpfen in Manchester der Konkurrenz auf und davon.

Fünf Medaillen und zwei Weltmeistertrikots: Lillian Pfluke vom Radsportclub Prüm demonstrierte bei den Masters-World-Championships im englischen Manchester erneut ihre Qualitäten.

An diesen Wettkämpfen nahmen Sportler aus 35 Nationen an Einzel- und Mannschaftsrennen  teil. Alle Teilnehmer waren älter als 35 Jahre, die höchste Kategorie war die Altersgruppe 75plus.

In Pflukes Altersklasse der 60- bis 64-Jährigen starteten insgesamt zwölf Aktive, darunter Weltrekordhalterinnen, amerikanische und britische Meisterinnen. Es war ein schweres Feld für Pfluke, die eigentlich keine Bahnradspezialistin ist. Umso bemerkenswerter waren ihre Erfolge:  Schon am ersten Tag gelang ihr eine Überraschung im Persuit, der Verfolgung. Hier musste sie sich nur der amtierenden Weltmeisterin und Weltrekordlerin aus den USA geschlagen geben und errang die Silbermedaille – ein gelungener Auftakt.

Als nächstes Rennen folgte das sogenannte Scatch: Dort starten alle gemeinsam über 40 Runden. Wer als Erster über die Ziellinie fährt, hat gewonnen. Mit einer ungeheuren Willensleistung und großem Krafteinsatz fuhr sie zum Titel, errang also das erste Weltmeistertrikot auf der Bahn und die erste Goldmedaille in Manchester.

Danach fand das Time Trail, das Einzelzeitfahren über 500 Meter,  statt. Hier fuhr Pfluke auf den Bronzeplatz und komplettierte damit ihren Medaillensatz. Mit dieser Ausbeute hatte die RSClerin nicht gerechnet. Entsprechend groß war ihre Freude.

Im Points, dem Punktefahren starten alle Fahrerinnen zusammen über 30 Runden. Alle zehn Runden werden für die ersten vier jeweils Punkte vergeben, es wurde also heftig gesprintet. Pfluke konnte hier in einem taktisch herausragend gefahrenen Rennen die britische Meisterin hinter sich zu lassen und holte sich völlig unerwartet die zweite Goldmedaille und das zweite Weltmeistertrikot.

Den Abschluss der Weltmeisterschaftswoche bildete der Sprint. Hier starten jeweils zwei Fahrerinnen auf gleicher Höhe der Bahn. Diese Rennen sind geprägt von taktischem Verhalten, hin bis zu Stehversuchen in den ersten zwei Runden.  Wenn dann der Sprint angezogen wird, werden die letzten 200 Meter gestoppt. Wer sich in den Rennen jeweils mit zwei Siegen durchsetzt, fährt dann um die jeweiligen Plätze. Auch hier gelang der Prümerin eine Überraschung, und sie schaffte es bis ins Finale, musste sich aber auch hier der britischen Meisterin geschlagen geben. Immerhin sprang am Ende Silber heraus.

Die Bahnradweltmeisterschaft endete für Lillian Pfluke also bei fünf Starts mit fünf Medaillen und zwei Weltmeistertrikots. Das hat es zuvor für eine Fahrerin des RSC Prüm noch nie gegeben.

Nun gilt ihre  Vorbereitung der Cyclocross-Weltmeisterschaft am Freitag, 29. November im belgischen Mol.