Limbourgs Hof: Baustart im Herbst

Bitburg · Mit dem einst an Bitburgs Rautenberg geplanten Fachmarkt-Zentrum hat das Nachfolge-Projekt Limbourgs Hof nicht mehr viel gemein. Auf einer Verkaufsfläche von 2500 Quadratmetern sollen ein großer Edeka-Markt und eine Drogerie angesiedelt werden. Baubeginn ist noch dieses Jahr.

Auf der Zielgeraden: Nach Jahren des Planens und Verwerfens zeichnet sich nun eine Perspektive für die Entwicklung von Bitburgs Rautenberg ab. Seit 2004 sorgte Projektentwickler Jürgen Kramp mit Plänen für ein Fachmarkt-Zentrum an diesem Standort für Aufsehen: Auf einer Verkaufsfläche von mehr als 8000 Quadratmetern sollte neben einem Edeka-Markt unter anderem auch die Textilkette C&A, der Elektronikhändler Promarkt sowie weitere Textil- und Schuhläden Platz finden.

Doch von Beginn an stand das sogenannte Rautenberg-Zentrum unter einem schlechten Stern: Anwohner machten wegen der geplanten Zufahrt durch ihre Straße mobil, Kaufleute fürchteten ein Ausbluten der Innenstadt, und schließlich legte der Bauausschuss Ende 2007 das Vorhaben wegen für mangelhaft befundener Pläne ganz auf Eis, noch bevor der Projektentwickler Insolvenz anmeldete und die Stadt den Vertrag mit ihm kündigte (der TV berichtete).

Seit die Grundstückseigentümer, die Familie Hiller von Gaertringen, die Planung selbst in die Hand genommen haben, zeichnet sich eine Lösung des Rautenberg-Dilemmas ab. Schon allein, um deutlich zu machen, dass das Nachfolge-Projekt mit dem Rautenberg-Zentrum nicht mehr viel gemein hat, wurde das neu geplante Einkaufszentrum in Limbourgs Hof umbenannt. Geblieben ist der Expansionswille von Edeka Südwest. Das Unternehmen will sich von derzeit rund 1000 auf 2500 Quadratmeter vergrößern. In einem angegliederten Gebäude bezieht eine DM-Drogerie Quartier. Auch das rund 40 Grundstücke umfassende Neubaugebiet an der Neuerburger Straße soll entwickelt werden.

Die Zufahrt zum Einkaufszentrum führt nun aber über die Straße Limbourgs Hof, über die es derzeit auch zur benachbarten Aldi-Filiale geht. Rund 170 Stellplätze entstehen im Hof des neuen Gebäudekomplexes.

Läuft alles nach Plan, sollen die Bauarbeiten auf dem Gelände, wo im Winter 2010 das Dach einer alten Scheune unter Schneelast einstürzte, diesen Herbst beginnen. Ende 2012 könnte Limbourgs Hof eröffnen. Freifrau Annette Hiller von Gaertringen ist zuversichtlich: "Alle Beteiligten möchten die ganze etwas unglücklich gelaufene Planung nach weit mehr als sieben Jahren zu einem guten Abschluss bringen."

Meinung

Die Kuh ist vom Eis


Das Konzept für das Einkaufszentrum Limbourgs Hof an Bitburgs Rautenberg hat Hand und Fuß. Die beim Vorgänger-Projekt für problematisch befundene Zufahrt wurde umgelegt, auf Textil- und Schuhläden wird verzichtet, die Architektur ist ansprechend und selbst die einstige Bedingung zum Bau des Rautenberg-Zentrums - die Entwicklung eines Neubaugebiets - wird erfüllt. Kurzum: Limbourgs Hof wird Bitburgs Westen weiter voranbringen, ohne Innenstadthandel oder Postplatz-Umgestaltung zu behindern. Da ist die Frage, wer in das alte Edeka-Gebäude zieht, zweitrangig - zumal selbst ein Leerstand an dieser versteckten Stelle optisch nicht belastet.

d.schommer@volksfreund.de