Lindwurm mit Niveau

METTENDORF. Hier geht die Post eine Woche früher ab: Beim Karnevalsumzug am Sonntag feierten tausende Narren in den Straßen von Mettendorf. 69 Wagen, Gruppen und Musikvereine mit 928 gemeldeten Teilnehmern sorgten für ausgelassene Unterhaltung und närrisches Treiben.

Warum startet der Karnevalsumzug in Mettendorf eine Woche früher statt als üblich? Diese Frage stellen sich alljährlich viele der mehr als zehntausend Besucher am Straßenrand des bunten Spektakels. Die Antwort: Vor rund 20 Jahren haben zwei Frauen den Mettendorfer Kinderkarneval organisiert. Dabei sind sie gemeinsam mit dem Musikverein durch die Straßen des Dorfs gezogen und haben die kostümierten Kinder eingesammelt. Das war eine Woche vor Rosenmontag. Im nächsten Jahr schlossen sich auch erwachsene Narren an, und so wurden es immer mehr.Nicht alle dürfen teilnehmen

Heute ist Mettendorf mit seinem unüblichen Termin eine Hochburg des Eifeler Karnevals geworden. Die Organisatoren müssen gar die Handbremse anziehen. Streckenführung und Platzverhältnisse lassen nur maximal 69 Gruppen am Umzug zu. "Eine Beschränkung, die letztlich aber auch den Zuschauern zugute kommt. "Ein Mammut-Umzug nutzt niemandem, und so bleibt auch die Qualität der Wagengruppen hoch", sagt Willi Hubor, Vorsitzender des Karnevalvereins "Ees Kanna". Rund einem halben Dutzend Interessenten musste deshalb eine Absage erteilt werden. Mit tollen Ideen und aufwändigen Motivwagen warteten die Akteure auf. Für die musikalische Begleitung sorgten die drei Musikvereine aus Mettendorf, Rodershausen und die Spielgemeinschaft Bettingen-Oberweis-Utscheid. Auch das Kinderprinzenpaar Sophie und Fabian war mit von der Partie. Viele Mettendorfer selbst, aber auch zahlreiche Gruppen aus den umliegenden Orten und von weit her beteiligten sich an dem närrischen Bandwurm, der sich mit großer Lautstärke durch die Straßen schlängelte. Der Alkohol floss derweil in Strömen. Im Feuerwehrgerätehaus wurden die "Schnapsleichen" von DRK und Notarzt erwartet. Zu fortgeschrittener Stunde waren die fünf Liegen im Wechsel belegt. Größere Probleme gab es aus Sicht der Rettungs- und Ordnungsdienste nicht. Auch die Polizei war mit dem Verlauf zufrieden. Im großen Festzelt gab es im Anschluss Musik ohne Pause. Gleich zwei Bands wechselten sich ab und sorgten so für prächtige Stimmung bei den mehr als zwei tausend Gästen der Party.