Löcher auf, Löcher zu

Nicht nur am Hahnplatz laufen die Bauarbeiten. Auch an Straßen und städtischen Flächen in der Nähe. Wir schauen uns den Fortschritt an.

Prüm Monika Rolef ist schon lange nicht mehr mit dem Gießkännchen zum Duppborn spaziert. Die Stadtführerin und Vorsitzende der Initiative Frauenschuh wohnt mit Blick auf das Prümer Plätzchen an der Kreuzung von vier Straßen: Hahn-, Ritz-, Spiegel- und Teichstraße. Sie und die anderen engagierten Damen kümmern sich seit vielen Jahren um den Duppborn. Um die Blumen darauf, die Bank, die Bronzefigur des "Welle Kättchen" von Valentin Dietzen. Und um den Brunnen, der dem Platz seinen Namen gab.Aber im Moment ist da nichts zu pflegen oder zu gießen. Alles abgeräumt, weggebaggert, rausgerissen. Auch der Pavillon, der dort als Unterstand diente. Und nicht besonders schön war. Denn der Duppborn wird ebenso umgestaltet wie der Hahnplatz und die Kreuzung der vier Stadtstraßen (der TV berichtete). Am Ende soll auch noch eine Außenterrasser für die Musikkneipe Rampenlicht von Markus Pint dabei abfallen.Direkt am Duppborn endet die Hahnstraße (und geht in die Ritzstraße über). Auch sie: Baustelle. Und sehr eng. Immerhin: Die Löcher auf dem Abschnitt zwischen dem Restaurant "Zur Alten Abtei" und dem Imbiss von Familie Fischbach sind fast alle wieder zu, die Kanalanschlüsse sitzen. Wenn es nur um die Straßenarbeiten gegangen wäre, sagt Robert Simon, verantwortlicher Projektingenieur beim Landesbetrieb Mobilität (LBM), "wären wir schnell damit durch gewesen". Aber Kanal ist Kanal, das dauert meistens ein bisschen länger.Aktueller Plan: bis November sollen die neuen Bordsteine sitzen und das kurze Stück Straße wieder asphaltiert sein. Ob dann auch die Kreuzung schon gemacht sein wird - darauf will sich Robert Simon lieber nicht festlegen: Da müsse schon sehr vieles perfekt passen und sehr schnell ablaufen. Also lieber nichts versprechen. Zumal diese Baustelle ja auch Auswirkungen auf den Verkehr in der Stadt haben werde. LBM-Kollege Josef Arens bestätigt das: Damit werde ja eine wichtige Verbindung - und derzeit Umleitungsstrecke - gekappt.Trotzdem: Bis zum Jahresende sollen Hahnstraße, Kreisverkehr, Bahnhofstraße und wahrscheinlich auch der Klosterhof vor dem Gymnasium fertig sein. Es wäre eine Erleichterung für alle.Dass gerade die Geschäftsleute den Abschuss der Bauarbeiten herbeisehnen, ist klar: "Uns fehlen die Urlauber ganz massiv", sagt Sabine Rehm, Chefin der Buchhandlung Hildesheim in der Hahnstraße. Weil ihr Geschäft nur über Stock und Stein zu erreichen ist, kommt einfach weniger Laufkundschaft. Dennoch sei sie auf Durchhalten eingestellt. Ohnehin sei das Gerede über die Baustelle "fast schlimmer als die Baustelle selbst", sagt sie. Wichtiger sei sich darauf zu freuen, "dass es hier schön wird".Dass aber die Stadt insgesamt an Popularität bei den Besuchern eingebüßt hätte, kann Monika Rolef nicht bestätigen: "Wir haben Buchungen ohne Ende für unsere Führungen." Alle seien hochinterressiert an der Geschichte der Stadt, auch die spannenden Funde der Archäologen am Hahnplatz (TV von Samstag) trügen dazu bei. Bis Dezember seien schon Rundgänge durch die Basilika und die Stadt angefragt und abgemacht. "Da kann ich nur sagen: Das macht sich sehr gut."Ach so: Die vieldiskutierten Steinblöcke für den oberen Hahnplatz sind inzwischen auf dem Weg nach Prüm. Das Schiff mit der Ladung aus Vietnam, sagt Vorarbeiter Rainer Schönecker, sei im Hafen von Rotterdam eingetroffen. Jetzt müssen die Blöcke es nur noch bis in die Eifel schaffen. Wäre ja nicht die erste Fracht aus den Niederlanden, bei der das klappt.KommentarMeinung

Blick in die untere Hahnstraße. Foto: (e_pruem )

Man sieht es schonSie ächzen an allen Ecken: Der Hahnplatzumbau hält die Stadt seit mehr als einem Jahr im Ausnahmezustand. Nicht nur am Platz, auch drumherum. Das war immer klar. Und wenn auch mancher Geduldsfaden immer rissiger wird es gilt: Bleibt tapfer, Fortschritte sind zu sehen, und was man schon sehen kann, ist sehr gelungen. Es wird! Doch! f.linden@volksfreund.de

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