Lothars Platz bleibt in der Kirche

Lothars Platz bleibt in der Kirche

PRÜM. Der Rat der Stadt Prüm hat den Antrag des Geschichtsvereins, den so genannten unteren Hahnplatz in Kaiser-Lothar-Platz umzubenennen, abgelehnt. Stattdessen sollen vor der Basilika schon bald Tafeln auf das Leben des in der Kirche beigesetzten Enkels Karls des Großen hinweisen.

Mit deutlicher Mehrheit hat es der Prümer Stadtrat am Dienstagabend abgelehnt, das Areal vor der Basilika St. Salvator offiziell als Kaiser-Lothar-Platz zu bezeichnen. Dem Beschluss voraus ging nicht nur ein Antrag des Geschichtsvereins Prümer Land, sondern auch eine ausführliche Debatte. Erwartungsgemäß Partei ergriffen für die Lothar-Offensive hatte Monika Rolef (FWG-Liste Kleis). "Prüm ist eine Stadt mit großer Geschichte, und es stehen wieder viele Großereignisse bevor", warb die Kirchenführerin für den Karl-Enkel. Zudem gebe es zum Beispiel den Kaiser-Lothar-Preis und die nach ihm benannte Realschule. Nicht zu verachten sei auch, dass Pastor Robert Lürtzener dafür sei. Rolef: "Dieser Platz wäre geeignet und würdig."Die Einheit steht auf dem Spiel

Das sieht besonders die CDU anders. Fraktionschef Horst Follmann bezeichnete den oberen und unteren Hahnplatz als eine gewachsene Einheit. Mit einer Änderung des Namens für den Platz vor der Basilika würde man eine unlogische Trennung vollziehen. "Das macht uns Schwierigkeiten. Mir würde es leid tun, wenn wir uns vom Hahnplatz verabschieden würden", betonte Follmann. PBB-Fraktionssprecher Norbert Baur gestand ein, dass die Bezeichnung Kaiser-Lothar in Prüm nur wenig zum Vorschein komme, gleichwohl habe er mit dem Ansinnen auf Umbenennung Probleme. Unter anderem argumentierte er mit der postalischen Änderung für die vier angrenzenden Häuser und damit, dass deshalb zum Beispiel neues Briefpapier angeschafft werden müsse. SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Fischbach steuerte derweil einen Kompromiss an. Er schlug vor, den Platz einzugrenzen, wobei die Parkplätze und die Häuserzeile ausgespart werden könnten. Insgesamt sprach er sich dafür aus, Prüm als Kaiser-Lothar-Stadt künftig stärker zu vermarkten. Überhaupt nicht anfreunden mit dem Vorschlag wollte sich Dieter Nahrings (CDU): "Das ist der Hahnplatz, und der war es auch immer gewesen." Ihm wäre es lieber, zum Beispiel einen Brunnen nach Kaiser Lothar zu benennen. Rückendeckung erhielt Monika Rolef indes aus der eigenen Fraktion: Nicht nur Marzellus Boos machte sich für den Geschichtsvereins-Vorschlag stark, auch Erich Reichertz warf sich ins Zeug: "Wir machen uns lächerlich, wenn wir ablehnen. Jede andere Stadt hätte längst einen solchen Platz", schimpfte er. Bürgermeisterin Mathilde Weinandy machte am Ende einen Vorschlag zur Güte. Sie regte das Aufstellen zweier Hinweistafeln an, auf denen das Leben und Wirken des Kaisers beschrieben werden soll. Dieser Offerte stimmte der Rat schließlich zu. Geschichtsvereins-Vorsitzender Volker Blindert zeigte sich vom ablehnenden Ergebnis zwar nicht überrascht, aber enttäuscht: "In Prüm wird in Sachen Tourismus gute Arbeit geleistet. Man sollte aber die Tatsache, dass Prüm neben Speyer über das einzige Kaiser-Grab in Rheinland-Pfalz verfügt, und Kaiser Lothar I. ein bedeutender Bestandteil der Prümer Geschichte ist, noch effektiver nutzen." Das Schaffen eines Kaiser-Lothar-Platzes oder die Bezeichnung Prüms als Kaiser-Lothar-Stadt würden "ein enormes Potenzial für den Tourismus bieten", sagte Blindert.Liebe Leserinnen und Leser: Wie ist Ihre Meinung? Würden Sie einer Umbenennung zustimmen. Mailen Sie uns Ihren Standpunkt an eifel-echo@volksfreund.de oder faxen Sie an die Nummer 06551/959539. Sie können uns heute von 10.30 bis 12.30 Uhr auch anrufen unter Telefon 06551/959530.