Lückenhaftes Mobilfunknetz – Mühsames Hangeln von Mast zu Mast in der Eifel

Kommunikation : Lückenhaftes Mobilfunknetz in der Eifel – Mühsames Hangeln von Mast zu Mast

Während der Breitbandausbau im Eifelkreis voranschreitet, ist das Mobilfunknetz nach wie vor lückenhaft.

Es gibt Menschen, die können nur schwer damit umgehen, wenn es in einem Gespräch oder Telefonat zu längeren Pausen kommt. Wer sich selbst zu dieser Gruppe von Menschen zählt, sollte entweder nicht in die Eifel ziehen oder aber zumindest auf den Einsatz des Mobiltelefons als Kommunikationsmedium verzichten, wenn er zwischen den Hügeln und Tälern der zweifelsohne schönen Landschaft unterwegs ist. Denn durch die Eifel zu fahren und dabei zu telefonieren ist wie der falsche Dübel in der Decke: Man muss ständig damit rechnen, dass die Verbindung reißt. Dass ein Gespräch also mitten im Satz endet beziehungsweise mit verzweifelten „Hörst-du-mich?“-Rufen aus dem Funkloch abgebrochen wird, ist nichts Ungewöhnliches.

Je umfangreicher jedoch die Einsatzmöglichkeiten von Smartphones werden, desto größer ist auch der Frust der Nutzer. Durch ein Funkloch zu fahren ist an sich schon ärgerlich. Richtig bitter ist es jedoch, in einem solchen Funkloch zu wohnen.

Die Situation ist alles andere als zufriedenstellend. Es gibt aber durchaus Bemühungen, das zu ändern. So erarbeitet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur derzeit ein Konzept, das den Ausbau des modernen Mobilfunkstandards 5G in fünf Modellregionen vorsieht. Und eine dieser Modellregionen könnte die Eifel werden. Die Betonung liegt allerdings auf „könnte“. Zwar hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder in einem Brief an den Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dafür eingesetzt, dass die Eifel zur Modellregion wird. Ob es allerdings tatsächlich dazu kommen wird, ist derzeit völlig offen. Laut Schnieder aber soll das finale Konzept des Ministeriums im zweiten oder dritten Quartal dieses Jahres vorgestellt werden.

Unabhängig davon seien im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien aber auch noch weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilfunkabdeckung festgehalten, erklärt der Eifeler Bundestagsabgeordnete. „Neben dem Start der Funkloch-App der Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr und der Kartierung der weißen und grauen Flecken in der gesamten Bundesrepublik wurden im Rahmen der gegenwärtig laufenden Auktion zur Versteigerung der 5G-Frequenzen neue, deutlich strengere Versorgungsauflagen und Ausbauregeln für die Netzbetreiber durchgesetzt“, so Schnieder. Und davon würden insbesondere die unterversorgten Städte und Gemeinden mit bis zu 5000 Einwohnern profitieren.

Zudem stehe er mit den verantwortlichen Netzbetreibern ständig im Austausch. Aktuell verfüge beispielsweise die Deutsche Telekom in seinem Wahlkreis über 130 Mobilfunkstandorte, acht weitere Vorhaben seien in der Umsetzung, erklärt Schnieder.

Die Telekom habe ihm zugesichert, bis Sommer eine auf jeden einzelnen Mobilfunkstandort heruntergebrochene Übersicht zu erstellen, um zu sehen, wo konkreter Ausbaubedarf besteht. Zudem habe er im vergangenen Jahr mehrfach das Gespräch mit Bürgermeistern der Region geführt, um geeignete Standorte für Mobilfunkanlagen zu ermitteln, sagt der Bundestagsabgeordnete.

Bei der Kreisverwaltung des Eifelkreises wird das sehr begrüßt. Was die Chance auf die Teilnahme am 5G-Modellprojekt des Bundes betrifft, zeigt sich Helmut Berscheid, Leiter der Abteilung für Kreisentwicklung, jedoch eher verhalten optimistisch. „Wir wären ja schon zufrieden, wenn wir zumindest eine flächendeckende Versorgung mit LTE hätten“, sagt Berscheid. Er hofft, dass sich der Bund – so wie im Koalitionsvertrag vereinbart – dieser Aufgabe annimmt und es somit beim Ausbau des Mobilfunknetzes anders läuft als bei der Breitbandversorgung.

Letztere wurde vor einigen Jahren vom Eifelkreis selbst in die Hand genommen, weil die Telekom ihre Infrastruktur lieber in den Ballungsräumen ausbaut statt in den dünnbesiedelten Regionen. Im Rahmen der Breitbandinitiative seien im Kreis bereits 50 Millionen Euro investiert worden, erklärt Berscheid. „Jetzt auch noch das Mobilfunknetz ausbauen – das können wir gar nicht leisten“, sagt der Mitarbeiter der Kreisverwaltung. „Das muss von oben gesteuert werden.“

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