Lückenschluss in prominenter Lage

Lückenschluss in prominenter Lage

NEUERBURG. Ins ehemalige Bahnhofsviertel von Neuerburg kommt Bewegung: Für das geplante Wohn- und Geschäftszentrum "An der Stadthalle" will die Stadt ihren Bebauungsplan ändern.

Vor einigen Jahren hat der Discounter Lidl seine Neuerburger Filiale an einen neuen Standort an der Kölner Straße verlegt. Seitdem steht das Marktgebäude mit dem dazugehörigen Parkplatz direkt neben der Stadthalle leer. Doch das könnte sich bald ändern. Die Firma Eifel-Haus aus Dockendorf als neuer Eigentümer des 3100 Quadratmeter großen Grundstücks will dessen Dornröschenschlaf beenden. Klaus Zimmermann vom Bitburger Planungsbüro Isu stellte dem Stadtrat mit Stadtbürgermeister Willi Hermes (CDU) die ersten Entwürfe vor. Demnach entstünde an der Straßenseite ein mehrstöckiges Gebäude mit einer Tiefe von 13 bis 15 Metern. Die Nutzung: unten Geschäfte, darüber Wohnungen und/oder Büros.Elektro, Textil oder Handwerker?

Ins bestehende Marktgebäude könnten zum Beispiel ein Elektrofachgeschäft, ein Textilmarkt oder ein Handwerkermarkt einziehen. Dabei sind bestimmte Nutzungsbeschränkungen des Vorbesitzers zu beachten: Lidl will dort zum Beispiel keinen Lebensmittel-Konkurrenten haben. "Je nach Bedarf könnte man das Marktgebäude rückwärtig um ein Geschoss aufstocken oder durch einen Anbau für Büro oder Lager erweitern", erklärte Zimmermann. Die Front des neuen Gebäudes soll 20 bis 30 Meter breit werden. Je nach Grundfläche der beiden Gebäude schwankt die Zahl der Parkplätze um die 50. Zimmermann deutete die Möglichkeit für den Rat an, Baufenster festzulegen, innerhalb der ein Gestaltungsspielraum für den Investor und künftige Veränderungen bliebe. Eduard Rodens, Zweiter Beigeordneter der Stadt, plädierte für eine Beschränkung des neuen Gebäudes auf zwei Vollgeschosse plus Dachgeschoss. Damit erklärte sich der Investor einverstanden. Die künftige Nutzung der Parkplätze will die Stadt vertraglich regeln. Besucher der Stadthalle könnten dann abends ihre Autos dort abstellen, wo tagsüber Kunden parken. Der Fußweg entlang der Enz - bisher eine Sackgasse - kann hinter dem Marktgebäude entlang mit etwas Gefälle zur Straße angeschlossen werden. Einstimmig fasste der Rat einen Grundsatzbeschluss, den gültigen Bebauungsplan auf Kosten des Investors zu ändern, um die Neugestaltung zu ermöglichen. Von der Landespflege erwarten die Planer keine Bedenken, da das Grundstück bereits fast vollständig versiegelt ist. "Wir arbeiten einen Bebauungsplanentwurf aus und stellen ihn im Rat vor", kündigte Isu-Mitarbeiterin Larissa Bläser im Gespräch mit dem TV an. Das Planungsbüro übernimmt auch die Moderation im Stadtentwicklungsprozess. Einen entsprechenden Vorschlag hatte eine Projektgruppe mit Ratsmitgliedern, Gewerbetreibenden, Bürgern und einem Vertreter der Verwaltung gemacht. "Wir sollten so schnell wie möglich anfangen", forderte Hubert Heck (Liste Hosdorf). Johann Roos (SPD) stimmte zu: "Der Zug ist dabei abzufahren." Joachim Schmatz (CDU) befürwortete die Moderation grundsätzlich. Wegen der schlechten finanziellen Lage regte er aber an, die Auftragsvergabe drei bis sechs Monate zu schieben und Zuschussmöglichkeiten auszuloten. Bei Enthaltung der CDU-Fraktion vergab der Rat einstimmig die Moderation an Isu mit dem Zusatzauftrag an die Verwaltung, kurzfristig Förderoptionen zu prüfen.

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