Mainz schaltet sich ein

Der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch will sich wegen der anhaltenden Fluglärm-Beschwerden an den Bundesverteidigungsminister wenden und die Gründung einer Arbeitsgruppe Fluglärm anregen.

Spangdahlem/Mainz. Dass sich viele Menschen in der Region Trier bitterlich über den Fluglärm amerikanischer Kampfjets beklagen, hat sich inzwischen weit über ihre Grenzen hinaus herumgesprochen.

"Die Landesregierung erreichen in jüngster Zeit vermehrt Beschwerden zum militärischen Fluglärm", erläutert Innenminister Karl Peter Bruch auf TV-Anfrage. Sie bringe Verständnis für die Klagen auf und nehme sie ebenso wie in der Vergangenheit sehr ernst. "Ich werde mich an meinen Kollegen, Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung, wenden und anregen, dass auf Fachebene eine Arbeitsgruppe aus Experten des Luftwaffenamtes, der saarländischen Landesregierung und hier aus meinem Haus gebildet wird."

Diese Arbeitsgruppe soll laut Bruch Vorschläge erarbeiten, wie der Fluglärm weiter reduziert oder anders verteilt werden könnte. Diese will man dann den US-Streitkräften unterbreiten.

Gleichzeitig sei sich die Landesregierung der Notwendigkeit des Übungsflugbetriebes der hier stationierten Luftstreitkräfte bewusst und werde nichts unternehmen, das die Existenz von Ramstein und Spangdahlem gefährden könnte.

Es dürfe, sagt Bruch, auch nicht übersehen werden, dass sich die Tiefflugstunden in der Bundesrepublik seit Ende des Ost-West-Konfliktes bereits von 86 000 auf derzeit weniger als 4000 Stunden verringert haben. Allein in Rheinland-Pfalz seien sechs militärische Flugplätze geschlossen worden.

"Ich bin mir im Klaren darüber, dass dies den immer noch örtlich Betroffenen keine Erleichterung bringt, aber gerade deshalb kommt es darauf an, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, auf welche Weise die Belastung für die Bevölkerung reduziert werden kann. Übungsflüge werden aber auch in Zukunft garantiert nicht überflüssig werden."

Was die Politiker der Region zum Thema Fluglärm sagen, lesen Sie unten auf dieser Seite. Am Samstag veröffentlichen wir ein Exklusiv-Interview, in dem sich Colonel Lee T. Wight, Kommodore der Airbase Spangdahlem, zu den Vorwürfen wegen des von seinen Piloten verursachten Fluglärms äußert.