1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Malberg hat nun einen Kandidaten

Malberg hat nun einen Kandidaten

Seit mehr als zwei Jahren ist der Posten des Ortsbürgermeisters in Malberg unbesetzt. Die Erste Beigeordnete Karina Rodermann, die die Amtsgeschäfte kommissarisch führt, hat angekündigt, den Job nicht mehr weiter zu machen. Zwischenzeitlich wurde sogar eine Fusion mit Kyllburg angeregt. Doch nun hat sich ein Freiwilliger gefunden: Der 57-jährige Elmar Duddek ist bereit, den Posten zu übernehmen.

Malberg. "Ich habe es natürlich gehofft, aber nicht mehr wirklich daran geglaubt", sagt Karina Rodermann. Seit mehr als zwei Jahren leitet sie die Geschicke der Ortsgemeinde Malberg. Sie tut dies zwar freiwillig, aber nicht gern. Nachdem Joachim Schmitt auf eigenen Antrag im Juni 2010 aus dem Amt des Ortsbürgermeisters entlassen wurde, blieb der Posten unbesetzt. Eine für den September 2010 angesetzte Wahl kam nicht zustande, da sich kein Bewerber fand.
Aufruf hat gefruchtet


Als Erste Beigeordnete hatte deshalb Rodermann die Amtsgeschäfte kommissarisch weitergeführt, in der Hoffnung, möglichst bald einen Nachfolger zu finden. Doch dazu ist es nicht gekommen, weshalb der Gemeinderat nun vor wenigen Wochen im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde einen Aufruf an die Bevölkerung gerichtet hat.
Sie sei aus beruflichen Gründen nicht mehr in der Lage, die Aufgaben eines Gemeindechefs weiter zu übernehmen, teilte Rodermann in diesem Aufruf mit.
Und weil auch die beiden weiteren Beigeordneten eine dauerhafte Vertretung des Ortsbürgermeisters nicht leisten könnten, müsse unbedingt ein Bewerber gefunden werden. Ansonsten drohe der Gemeinde eine Übernahme der Amtsgeschäfte durch die Verwaltung. "Bitte geben Sie sich selbst einen Ruck oder sprechen Sie gezielt geeignete Bürgerinnen und Bürger der Ortsgemeinde Malberg hierauf an!", so der Aufruf an die Gemeinde.
Mittlerweile ist die Bewerbungsfrist abgelaufen. Und es hat sich auch ein Bewerber gefunden. Der 57-jährige Elmar Duddek (parteilos) ist bereit, den Job zu übernehmen. Der freiberufliche Fotograf und Grafiker stammt ursprünglich aus dem Ruhrgebiet, hat aber 2000 ein Haus in Malberg gekauft, das nun seit zwei Jahren auch der erste Wohnsitz Duddeks ist.
Dort lebt er mit seiner Lebensgefährtin. Als Zugereister sehe er möglicherweise viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel, was manchmal durchaus von Vorteil sein könne, erklärt der Fotograf. Zudem liege ihm Malberg sehr am Herzen. "Schließlich sind wir nicht ohne Grund hierhin gezogen", fügt Duddek hinzu.
Ausschlaggebend für seine Bewerbung sei deshalb vor allem ein Volksfreund-Artikel über Malberg gewesen, erklärt der Bewerber.
Aufgrund der vergeblichen Suche nach einem Ortsbürgermeister hatte Friedel Hargarten, der selbst 20 Jahre Ortsbürgermeister in Malberg war, im Gespräch mit dem TV nämlich eine Fusion mit der Nachbargemeinde Kyllburg vorgeschlagen.
Gemeinderat ist am Zug


Werde der Ort erst mal durch einen von der VG beauftragten Beamten geführt, so sei es spätestens dann an der Zeit, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, hatte Hargarten seinen Vorstoß begründet.
Doch dazu wird es nun wahrscheinlich nicht kommen. Denn heute Abend tagt der Gemeinderat des 585-Einwohner-Orts. Und auf Platz drei der Tagesordnung steht die Wahl, Ernennung, Vereidigung und Einführung des Ortsbürgermeisters.
Sie sei froh, dass sich ein Bewerber gefunden habe, sagt Rodermann, "doch müssen wir jetzt noch die Sitzung abwarten."