Malzeit mit Rotwein

DAUN. (bb) Sie malen zusammen und verreisen deshalb auch gemeinsam. Nun stellen sie wieder aus: Ab dem 20. April laden die acht Mitglieder der Gruppe Rouge zu "Impressionen einer Malzeit" ein.

Montagabend um 19 Uhr in Daun, Mehren oder Üdersdorf: Acht Frauen und Männer treffen sich. Reihum ist einer von ihnen Gastgeber. Auf dem Programm stehen ein Imbiss und ein Glas Wein, und die Gespräche drehen sich bevorzugt um die Malerei. Die muntere Versammlung trägt seit 1996 den Namen "Gruppe Rouge". Seither finden die wöchentlichen Treffen statt; bei einem der ersten fanden sie das französische Wort für Rot als Gruppennamen - wegen des Rotweins als ihrem favorisierten Getränk, und weil die rote Farbe in der Kunst etwas Wertvolles und Besonderes bedeutet. Es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten. So haben Anfang der 90er Jahre alle bei Walter Wilde Mal-Unterricht genommen. Die Mitglieder der Gruppe haben eine Reihe von Reisen zusammen unternommen und dabei immer die Skizzenblöcke, das Aquarellpapier und die Farben im Gepäck gehabt. Alle haben ihre Bilder in den vergangenen Jahren in Einzelausstellungen gezeigt, und einmal im Jahr stellen sie gemeinsam aus. Nächste Woche ist es wieder soweit: Die Gruppe Rouge zeigt in der Dauner Volksbank "Impressionen einer Malzeit". Anliegen der Künstlergemeinschaft ist es, der Öffentlichkeit Einblick zu geben in ihre persönlichen Weiterentwicklungen, die Themenausweitung und auch in ihre Experimentierfreudigkeit. Für die Malerin und Lackiererin Monika Bill (Üdersdorf) bedeutet das künstlerische Arbeiten vor allem, Stimmung und Gefühle wiederzugeben. Die Natur spielt eine große Rolle. Angst vor (kräftigen) Farben hat sie nicht. Der Konditormeister Rolf Manderscheid (Daun) ist noch recht neu in der Riege der Gruppe Rouge. Seine Malfreunde bescheinigen ihm einen sehr gelungenen Wandel von der naturalistischen Öl- zur abstrakten Acrylmalerei. Dem Unterricht bei und der Freundschaft mit anderen Künstlern verdanke er wesentlich seine Freude an der Malerei, betont Walter Manderscheid (Daun) und erklärt: "Als Maler sieht man die Welt mit anderen Augen." Für Paula Otten (Mehren) sind die Malreisen mit der Gruppe Rouge und der Zweitwohnsitz in Oberstaufen von besonderer Bedeutung. Dort findet sie die Motive für ihre Bilder. Wenn die anderen von "der Fleißigsten von uns allen" sprechen, meinen sie die Modekauffrau Ilse Pottgießer (Daun), die von sich selbst sagt, dass sie Walter Wilde ihren Durchbruch verdankt und dass sie noch ganz viel dazu lernen möchte. Der Hotelfachfrau Gisela Scharner (Daun) liegt das Aquarell am meisten. Sie malt am liebsten Blumen, Bäume und Landschaften. Das Aquarell ist auch das künstlerische Metier des pensionierten Rechtspflegers Arthur Schmitt (Daun). Er bringt die Landschaften der Eifel sowie Frankreichs und Italiens mit viel Liebe zum Detail zu Papier. Die Freundschaft, immer wieder neue Antriebe, kritische Analysen und Aussprachen - das ist es, was Gottfried Willems (Daun) an der Gruppe Rouge besonders schätzt. Der Oberstudienrat experimentiert gerne mit Farben und dem Spiel von Licht und Schatten. Die Ausstellung "Impressionen einer Malzeit" wird am Mittwoch, 21. April, um 19 Uhr in der Volksbank Daun eröffnet und ist bis zum 14. Mai zu sehen.