Mann mit Vergangenheit

STADTKYLL-NIEDERKYLL. Die römische Skulptur am Giebel der Niederkyller Hubertus-Kapelle ist eine Seltenheit im Kreis Daun. Deshalb soll sie aufbereitet und im kommenden Jahr zur Station auf der regionalen "Straße der Römer" (der TV berichtete) werden.

Man weiß nicht, wie er heißt, wen er darstellt und wie er eigentlich dorthin gekommen ist. Aber er ist zweifellos antiken Ursprungs: Der Rest-Römer, dessen verwitterte Sandsteinbüste am Giebel der Niederkyller Hubertus-Kapelle eingemauert ist. Kopf und Brust sind noch vorhanden, vielleicht waren sie ursprünglich Bestandteile einer vollständigen Figur. Wie auch immer: "Das ist die einzige größere römische Skulptur im Kreis Daun", sagt Andreas Wisniewski, Geschäftsführer des Verkehrsvereins Oberes Kylltal. "Da müssen wir was draus machen. Die Leute sollen hier ja nicht nur schöne Landschaft sehen, sondern auch Kultur. Und das ist Kultur."Neue Farbe, mehr Information

Deshalb soll der Mann mit vermutlich rund 1800-jähriger Vergangenheit noch einmal herausgeputzt werden - durch einen neuen Anstrich, eine Informationstafel und eine gepflasterte Fläche, von der man ihn in Ruhe betrachten kann. Denn im kommenden Jahr soll - zur Kulturhauptstadt Luxemburg und der geplanten Konstantin-Ausstellung - die "Straße der Römer" durch die Region und zu ihren antiken Hinterlassenschaften führen. Nördlichste Station wäre dann der steinerne Dauergast an der Niederkyller Kapelle. Das passt aus einem weiteren Grund sehr gut: Denn Joachim Waldorf, scheidender Pastor der Pfarrgemeinde (der TV berichtete), will vor seinem Wechsel nach Trier die Kapelle aus der Zeit um das Jahr 1600 ebenfalls mit einem neuen Anstrich versehen lassen. Ältestes Gebäude in der Gemeinde

"Das will ich auf jeden Fall noch in Angriff nehmen", sagt der Pastor über sein Vorhaben mit dem vermutlich ältesten Gebäude in der Gemeinde Stadtkyll. Dass dabei die Büste besonders herausgestellt werden soll, unterstützt Waldorf ebenfalls. Pfarrei und Verbandsgemeinde Obere Kyll stehen deshalb bereits in Kontakt mit dem Denkmalamt des Trierer Generalvikariats, dem Rheinischen Landesmuseum Trier und dem Landesamt für Denkmalpflege. Waldorf weiß allerdings, dass vom Bistum kein Zuschuss zu erwarten ist - lediglich eine Empfehlung, welche Materialien und Farben bei der Außenrenovierung verwendet werden sollen. Möglich wäre aber Unterstützung aus EU-Mitteln oder vom Land - nicht zuletzt wegen des römischen "Anbaus". Nächster Schritt: Ein Treffen an der Kapelle mit allen kirchlichen und weltlichen Verantwortlichen. "Vielleicht ja zum 3. November", sagt Joachim Waldorf. "Dann ist das Patronatsfest von St. Hubertus."

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