Marianne Sägebrecht: Zu Hollywood hat sie Nein gesagt

Kultur : Zu Hollywood hat sie Nein gesagt ...

... zu Herbert Fandel aber Ja: Die Schauspielerin Marianne Sägebrecht kommt zur Talkrunde „Einblicke“ nach Bitburg.

Fußballfreunden ist der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Herbert Fandel natürlich ein Begriff. Mittlerweile hat sich der Leiter der Kreismusikschule aber auch als Talkmaster einen Namen gemacht. Seit er 2010 die Reihe „Einblicke – Menschen mit Geschichte und Geschichten“ ins Leben gerufen hat, sitzen regelmäßig Promis aus Politik, Sport, Kirche und Gesellschaft bei ihm auf der Couch und stellen sich seinen Fragen.

Lange betteln muss er nicht, um einen interessanten Gast nach Bitburg zu locken: „Mittlerweile werden mir viele Leute angeboten“, sagt Herbert Fandel.  Das Format habe sich rumgesprochen. Doch mit Agenturen verhandelt er nicht gerne. „Mir ist der direkte, persönliche Kontakt wichtig.“

Viele  interessante Gesprächspartner hat er schon im Festsaal des Hauses Beda in Bitburg interviewt, darunter Theo Zwanziger, Malu Dreyer, Gregor Gysi, Julia Klöckner und Samuel Koch. Nun kommt also die bayrische Schauspielerin Marianne Sägebrecht, bekannt geworden durch ihre Filme „Zuckerbaby“ und „Out of Rosenheim“.

„Marianne Sägebrecht hat eine Wahrhaftigkeit, die ist in diesem Geschäft nicht üblich“, sagt Fandel. Und eine Sache interessiert ihn besonders: „Ich werde sie fragen, warum sie Hollywood hat sausen lassen.“ Doch bevor es so weit ist, bereitet sich der Gastgeber akribisch vor. Eineinhalb Monate gehen drauf für die Recherche. Fandel will über seine Gäste gut informiert sein. „Alles, was es zu lesen und zu schauen gibt, ziehe ich mir rein.“ Das Internet vergesse nichts, „ich komme hinter alles.“

Die Fragen, die er stellt, werden im Vorfeld nicht abgesprochen. „Mir redet keiner rein. Wenn jemand ein Thema ausklammern will, kann er nicht mein Gast sein“, sagt Fandel kategorisch. Doch er ist kein aggressiver Fragensteller: „Ich schiebe nur an, möchte Impulse setzen für das Gespräch und dabei völlig im Hintergrund bleiben“, lautet seine Devise.

Nicht immer gelingt das mit dem Dialog. Wie zum Beispiel bei Gregor Gysi. „Der spricht, ohne Luft zu holen. Da habe ich, glaube ich, nur drei Fragen gestellt“, sagt Fandel und lacht. Auch Marianne Sägebrecht sei „so ein Fall“. „Sie hat das Herz voller Themen und Ideen, da muss ich vielleicht manchmal etwas bremsen.“

Für ihn seien diese Abende „Highlights“ im Jahr. „Ich lerne so viel dazu – das bereichert auch mein Leben.“ Das scheint nicht nur Herbert Fandel so zu gehen. Offensichtlich hat er eine große Anhängerschar. So kann es passieren, dass die Karten für die Talkreihe schon am ersten Tag des Vorverkaufs ausverkauft sind. Trotzdem möchte Fandel nicht mit seiner Veranstaltung in die Stadthalle umziehen.  „Ich möchte das Format so lassen, wie es ist, und mir eine gewisse Intimität erhalten. Ich ziehe höchstens in einen kleineren Raum um“, sagt er.

Viele interessante Gäste hat er schon gehabt, doch es stehen auch noch welche auf seiner Wunschliste. Ganz oben: Frank Elstner.  Der hat Fandel mit seiner Samstagabend Talkreihe „Menschen der Woche“ inspiriert: „Mich hat die Art fasziniert, wie er sich total in den Hintergrund stellt und exakt die Fragen stellt, die mich interessieren.“

Auch Herbert Fandel ist ein gutes Vertrauensverhältnis  zu seinen Gästen wichtig. „Mit Friedrich Nowottny habe ich einen Rundgang durch Bitburg gemacht. Norbert Blüm hat vor dem Auftritt erst mal im Nachbarraum ein Nickerchen gehalten“, sagt Fandel.

Wen er noch gerne in Bitburg empfangen würde? „Margot Käßmann oder Kardinal Marx.“ Auch Nina Hagen würde ihn interessieren. „Alle haben erwartet, dass der Fandel jetzt mit seinen Nationalspielern kommt, aber das wäre ja  easy, das mache ich nicht“, sagt der Ex-Schiedsrichter, der plant, die Talkreihe zu erweitern.  „Ich möchte gerne in einer Sonderveranstaltung Persönlichkeiten aus unserer Region vorstellen“, sagt Fandel. Da gebe es auch schon eine Liste, verrät er. Im Sommer 2020 soll es erstmals so weit sein.

Doch zunächst kommt am Donnerstag, 4. April, 19 Uhr (Einlass 18 Uhr), Marianne Sägebrecht zum Talk nach Bitburg in den Festsaal des Hauses Beda.

Kulturamtsleiter Herbert Fandel lädt zweimal im Jahr interessante Gäste zum Talk ins Haus Beda in Bitburg. Foto: TV/Stefanie Glandien

Vorverkauf:   Die Karten kosten 15 Euro Erwachsene/10 Euro ermäßigt. Am Montag, 11. März, beginnt der Vorverkauf ab 8 Uhr für die Veranstaltung bei Ticket regional unter www.ticket-regional.de
Karten gibt es auch bei der Kulturgemeinschaft der Stadt Bitburg oder der Tourist-Info.

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