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Maskenpflicht: Aufruhr bei Corona-Protest in Bitburg

Corona-Protest : Zwischenfälle wegen Maskenpflicht bei Corona-Protest in Bitburg

Erneut haben circa 150 Menschen bei einem gemeinsamen Protest-Zug durch die Bitburger Innenstadt ihren Unwillen gegenüber der Corona-Politik ausgedrückt. Die neu eingeführte Maskenpflicht hat dabei Aufruhr verursacht.

Circa 150 Menschen haben sich am Montag, 17. Januar, gegen 18 Uhr auf dem Beda-Platz in Bitburg versammelt. Sie treffen sich ihrer Darstellung nach nur zu einem Spaziergang durch die Innenstadt, um ihren Unwillen gegenüber der Corona-Politik auszudrücken. Dennoch hat sich ein großes Polizeiaufgebot eingefunden. Denn die „Montagsspaziergänge“, bei denen Menschen meist unangemeldet durch die Stadt ziehen, um gegen den Umgang mit der Pandemie zu demonstrieren, sind mittlerweile seit einigen Wochen auch in der Region verbreitet.

Allgemeinverfügung: Masken tragen und Abstand halten

Deshalb hat die Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm auch am Freitag, 14. Januar, eine Allgemeinverfügung erlassen. In dieser werden die Protest-Spaziergänge oder vergleichbare Veranstaltungen als öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel eingestuft und dementsprechend einige Auflagen festgesetzt. So müssen Teilnehmer älter als sechs Jahre beispielsweise eine medizinische Gesichtsmaske, heißt eine OP-Maske, oder eine Atemschutzmaske (zum Beispiel FFP2) tragen und das Abstandsgebot beachten.

Polizisten kontrollieren Einhaltung der Maskenpflicht

Da eine Mehrheit der Demonstranten am Montagabend auf dem Beda-Platz weder das eine noch das andere befolgt, erinnert die Polizei mehrmals über Lautsprecher an die Regelungen der Allgemeinverfügung. Schließlich ziehen die Erwachsenen doch nach und nach Masken an, und der Protest-Zug setzt sich in Bewegung. Plakate oder Banner haben die Protestierenden keine. Lediglich ein Teilnehmer trägt ein T-Shirt der Gruppe „Team Freiheit Trier“. Auch einige Kinder sind mit dabei.

Während des Protest-Zugs regeln die begleitenden Polizistinnen und Polizisten den Verkehr entlang der Route. Außerdem achten sie auf die Einhaltung der Maskenpflicht und stoppen dabei vereinzelt Erwachsene, die diese Regel nicht beachten.

Eskalation am Spittel – Frau wehrt sich gegen Beamte

Immer wieder werden Stimmen gegen die Polizisten laut. Am Spittel kommt es dann zum Aufruhr: Eine Frau, die die Maskenpflicht nicht einhält, wird von den Polizisten darauf angesprochen. Jedoch weigert sie sich, mit den Beamten zu reden, weicht ihnen immer wieder aus und versucht, ihnen energischen Schrittes zu entkommen. Deshalb halten die Polizisten sie fest. Daraufhin wehrt sich die Frau, lässt sich zu Boden fallen und schreit laut und schrill.

Einige der Demonstranten scharen sich um das Geschehen, beginnen zu filmen und rufen laut durcheinander. Die Beamten bekommen schnell Verstärkung und bringen die Frau zu einer Bank am Spittel, wo sie sich langsam beruhigt. Währenddessen schirmen ihre Polizeikollegen die Gruppe um die Festgenommene vor den Protestierenden ab. Die filmen weiter, rufen nach Freiheit und Gerechtigkeit, und werfen den Polizisten Phrasen entgegen wie „Schämt euch“ oder „warum lasst ihr euch aufhetzen gegen das eigene Volk“, aber auch „was soll Ihre Mutter von Ihnen denken“.

Weiterer Zug ohne besondere Vorkommnisse

Die Beamtinnen und Beamten lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Nach einigen Minuten löst sich der Aufruhr auf, ohne dass es zu körperlichen Konfrontationen kommt. Die festgenommene Frau wird zu einem Polizeibus geführt. Die Kritiker der Corona-Maßnahmen folgen dem Rest der Gruppe, der mittlerweile durch die Fußgängerzone weiter gezogen ist. Auf dem Weg die Hauptstraße entlang und an der Römermauer vorbei zurück zum Beda-Platz passieren keine größeren Zwischenfälle mehr. Allerdings werden weiterhin vereinzelt Menschen aufgrund der Missachtung der Maskenpflicht aufgehalten.

Nach knapp zwei Stunden sind die Protestierenden wieder am Beda-Platz angekommen, wo sie von der Polizei aufgefordert werden, nach Hause zu gehen – die Versammlung sei vorbei. Nach und nach folgen die meisten Menschen dieser Aufforderung.

Fazit der Polizei

Am späten Montagabend zieht die Polizei ein Resümee aus den sogenannten Montagsspaziergängen in der Region. In Bitburg seien etwa 50 Versammlungsteilnehmer darauf angesprochen worden, dass sie eine Maske tragen müssten, neun Platzverweise wurden erteilt.

Außerdem erstatteten die Beamten drei Anzeigen gegen Menschen, die sich weigerten, sich gegenüber der Polizei zu identifizieren. Eine weitere Anzeige gab es wegen eines Verstoßes gegen die Corona-Auflagen. Die Frau, die am Spittel Widerstand gegen die Einsatzkräfte geleistet hat, muss sich dafür nun strafrechtlich verantworten.

„Der Aufzug durch die Bitburger Innenstadt teilte sich zeitweise in zwei Gruppen zu circa 50 und 150 Teilnehmern auf, verlief jedoch insgesamt unter überwiegender Beachtung der erteilten Auflagen ohne weitere Vorkommnisse“, beurteilt die Polizei das Geschehen in Bitburg abschließend.

Hier geht es zur Bilderstrecke: „Montagsspaziergang“ in Bitburg am 17. Januar