Masten weg, Kabel in die Erde

Masten weg, Kabel in die Erde

Die RWE-Tochter Westnetz lässt gerade zwischen Olzheim und Prüm und zwischen Niederprüm und Watzerath Gräben ziehen und Leitungen verlegen: Damit werden dann auch die Kabel und Masten der alten Freileitungen verschwinden, die dort derzeit noch über Felder und Wiesen verlaufen. Grund: die Energiewende.

Graben baggern, Leitung rein, Graben zu - das alles, während der Verkehr daran vorbeifließt: So sieht es an der B 265 und auf dem Stück Landesstraße von der "Halben Meile" hinab nach Olzheim derzeit aus. Der Energiekonzern RWE lässt auf dem 8,5 Kilometer langen Stück gerade neue Leitungen in die Erde verlegen. Für Strom mit 20 000 Volt - und, für später, auch Daten. Daher packen die Arbeiter gleichzeitig ein Leerrohr mit hinein, durch das irgendwann dann auch ein Glasfaserkabel gezogen wird.Bald geht's zum Krankenhaus

Bisher läuft das alles ziemlich glatt, die Arbeiter richten zeitweise auch eine Ampelregelung ein, die aber noch kaum zu großen Verzögerungen geführt hat. Auf dem letzten Stück, sagt Mustafa Aslan, Vorarbeiter an der Baustelle links und rechts der Straße, werde es wohl etwas kniffliger. Dann nämlich werde man noch das Stück zwischen Prüm-Tafel und dem Krankenhaus auf dem Kalvarienberg in Arbeit nehmen. Da ist es dann etwas enger - und herrscht mehr Verkehr. Gut zwei Wochen, schätzt Aslan, hätten sie noch zu tun, dann sei alles eingebaut.

Das Ganze, sagt RWE-Pressesprecher David Kryszons, geschehe vor dem Hintergrund der Energiewende: Weil unter anderem in der Nähe von Kleinlangenfeld weitere Windkraftanlagen gebaut werden sollen, sei man gesetzlich dazu verpflichtet, zugleich den Netzausbau vorzunehmen. Und tatsächlich werde die neue Erdleitung günstiger als ein Anschluss der Anlagen an die Umspannwerke in Prüm oder Hallschlag.Keine Kosten-Angaben

Kommt weg: die Freileitung, hier in der Nähe von Prüm-Walcherath. Foto: (e_pruem )

"Im Gegenzug", sagt David Kryszons, "demontieren wir die von 1955 stammende, parallel verlaufende Freileitung." Das Gleiche macht man derzeit auch auf einem 2,7 Kilometer langen Stück zwischen Niederprüm und Watzerath. Und auch dort werde die Freileitung - sie stammt aus dem Jahr 1969 - anschließend verschwinden.

Damit trage man nicht nur zum Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energie bei, sagt der Pressesprecher. Durch die Kostenersparnis werde das auch für die Kunden billiger. "Wir tun auch der Energiewende etwas Gutes. Und wir können zugleich die Versorgungssicherheit im Netz erhöhen." Die alten Freileitungen seien eben auch störungsanfälliger als die neuen Erdkabel. "Das ist ein positiver Nebeneffekt."

So viele positive Effekte - aber was spart der Konzern denn nun mit den neuen Erdleitungen? Oder anders: Wie viel Geld investiert das Unternehmen in den Netzausbau im Prümer Land?

Da muss der sonst stets antwortbereite Pressesprecher dann leider passen. Der Grund: RWE plant den Börsengang seines Ablegers mit dem - aus den Wörtern Innovation und Energy zusammengebackenen - Namen "innogy SE". Dort hat man alle Unternehmenszweige zusammengefasst, die mit erneuerbarer Energie zu tun haben.

Und deswegen, sagt David Kryszons, "gibt es restriktive kommunikative Vorgaben", was "solche Finanzthemen" betreffe. Naja. Man hätte das schon gerne noch gewusst bei dem vergleichsweise kleinen Eifeler Vorhaben.
Beim Leitungsbau oberhalb von Prüm hat man jedenfalls das Ziel im Blick und geht davon aus, in absehbarer Zeit dort auch anzukommen: "Wir hoffen jetzt, dass das Wetter noch ein bisschen mitspielt", sagt Christian Schmitt vom Westnetz-Büro in Bitburg.

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