Masterplan Saarstraße Zukunft der Saarstraße besser koordinieren

Kostenpflichtiger Inhalt: Masterplan zur Stadtentwicklung : Wo man in der Bitburger Saarstraße künftig einkaufen kann

Der Masterplan Saarstraße soll der Stadt Bitburg dabei helfen, die Entwicklung in diesem Bereich zukünftig besser zu lenken. Eine Rolle spielen dabei auch die Umzugsgedanken von Rewe, Aldi und Lidl.

Wo möchte die Stadt Bitburg hin? Welche Aufgaben hat die Innenstadt, welche die Saarstraße? Und sind die angestrebten Ziele mit den vorhandenen Instrumenten zu erreichen? Bei der Suche nach Antworten helfen soll der Masterplan Saarstraße, den das Bitburger Planungsbüro Isu erstellt hat und dessen Abschlussbericht nun vorliegt. Der Masterplan ist als „städtebauliche Klammer“ zu verstehen, heißt es in diesem Bericht. Er gibt also ein Ziel vor, das bei weiteren Planungen und Konzepten nicht aus den Augen verloren werden soll.

Erklärtes Ziel der Stadt ist es, die Entwicklung der Saarstraße so zu steuern, dass sie dem Einzelhandel in der Innenstadt möglichst wenig schadet. Entlang der gut anderthalb Kilometer langen Straße zwischen Stadtmitte und dem südlichen Stadtrand sollen zukünftig also nach Möglichkeit keine innenstadtrelevanten Geschäfte angesiedelt werden. Und da sich in der Saarstraße einige größere Veränderungen ankündigen, ist es durchaus sinnvoll, diese Veränderungen so weit wie möglich zu steuern.

So möchte Rewe mit seinem Rewe-Center vom derzeitigen Standort am südlichen Zipfel der Saarstraße auf das ehemalige Conrady- beziehungsweise Maurer-Gelände am Kreisverkehr von Saarstraße und Industriestraße ziehen. Gleiches ist auch für die Aldi-Filiale im Südring im Gespräch. Schräg gegenüber, auf der anderen Seite der Saarstraße liegt das Gangolf-Gelände. Dorthin würde Lidl gerne umziehen und dafür dann seinen Standort 600 Meter weiter südlich aufgeben. Rewe und Lidl rücken also schon mal näher in Richtung Zentrum.

Ebenfalls im Gespräch war zusätzlich zu Rewe und Aldi auch noch die Ansiedlung einer Drogerie und eines Schuhgeschäfts auf dem Maurer-Areal. Das jedoch wird von den städtischen Gremien mehrheitlich abgelehnt. Sie befürchten, dass es dadurch zu einer Konzentration an Einzelhandelbetrieben kommen könnte. Im Masterplan Saarstraße werden diese zusätzlichen Ansiedlungen deshalb erst gar nicht weiter berücksichtigt.

Stattdessen wird vorgeschlagen, die von der Stadt gewünschte Entwicklung in diesem Bereich mit einem Bebauungsplan oder einem sogenannten Vorhaben- und Erschließungsplan zu steuern. Das gilt – mit Ausnahme des an die Saarstraße angrenzenden Brauereigeländes – auch für den südlichen Saarstraßenbereich.

Ein Bereich ist aber außen vor. Und das ist das Gelände, auf dem derzeit das Rewe-Center steht. Wie Isu-Geschäftsführer Klaus Zimmermann erklärt, hängt das mit den unterschiedlichen Vorstellungen zur weiteren Nutzung des Grundstücks und der damit verbundenen juristischen Auseinandersetzung zusammen. Die Stadt möchte nach dem Umzug des Rewe-Markts keinen weiteren Lebensmittelmarkt am Stadtrand zulassen und das mit Hilfe eines Bebauungsplans verhindern. Die Ansiedlung eines neuen Supermarktes wäre dadurch zwar immer noch möglich. Nur dürfte dafür das derzeitige, in die Jahre gekommene Gebäude weder erweitert noch abgerissen und durch ein neues ersetzt werden.

Während die Stadt damit argumentiert, durch die Änderung des Bebauungsplans einen „städtebaulich unerwünschten Zustand“ zu beseitigen, wirft der Anwalt des Grundstückeigentümers der Stadt vor, dass der Bebauungsplan nur aufgestellt werde, um eine Umsiedlung des Rewe-Centers auf das Maurer-Gelände zu ermöglichen. Eine Änderung des Bebauungsplans, mit der die weitere Nutzung des Areals eingeschränkt wird, will der Eigentümer nicht hinnehmen. Wie es dort weitergeht, ist derzeit also noch offen.

Und dann gibt es da noch ein großes Fragezeichen. Das ist in einem der bunten Pläne des Bebauungsplans genau dort eingezeichnet, wo derzeit Möbel Fischer, Thomas Philipps Sonderposten (früher Hela Baupark) und Wohnwelt Bitburg stehen. „Das Fragezeichen steht dort, weil derzeit keiner weiß, wie sich der Bereich weiter entwickeln wird“, sagt Zimmermann. Sollten auf dem Conrady- und dem Gangolf-Gelände Supermärkte errichtet werden, könne das auch Einfluss auf die zukünftige Entwicklung dieses Bereiches haben, erklärt er.

Im Möbelhaus Fischer, das dann gegebenenfalls Rewe und Aldi auf der rechten Seite und Lidl gegenüber hätte, hat man sich darüber noch keinerlei Gedanken gemacht, wie Horst Michael Fischer, einer der beiden Geschäftsführer, auf Anfrage erklärt.

Die weitere Entwicklung in der Saarstraße hat auch Einfluss auf den Einzelhandel in der Innenstadt. Foto: TV/Schramm, Johannes

Pläne oder auch nur Überlegungen, das Möbelhaus zu schließen, um dort Platz für etwas anderes zu schaffen, gebe es bislang jedenfalls keine.

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