Matzener setzen ein Zeichen und 40 Obstbäume

Mehr Pflanzen für den Bitburger Stadtteil : Matzener setzen ein Zeichen und 40 Obstbäume

Beispiellose Pflanz-Aktion im Bitburger Stadtteil: Bürger wollen noch mehr für Umwelt- und Klimaschutz  tun.

Markus Thiex ist immer noch beeindruckt von der „Wahnsinns-Resonanz“ auf die Baum-Pflanzaktion in Matzen. Der 45-Jährige ist der Initiator der dorf­internen Kampagne, die inspiriert wurde durch das sogenannte „Einheitsbuddeln“ in Schleswig-Holstein zum Tag der deutschen Einheit.

Thiex hatte die Matzener „Buddelei“ in sozialen Netzwerken angestoßen und auch im Ort Menschen persönlich angesprochen – mit Erfolg. In sehr kurzer Zeit kamen Spenden zusammen in Höhe von 1100 Euro, Bürger packten mit an, Feuerwehr und Vereine waren eingebunden. Die Stadt Bitburg unterstützte die Arbeiten, sie hat städtische Flächen zur Verfügung gestellt und Bauhof-Mitarbeiter haben die Löcher für die neuen Bäume vorbereitet. Thiex, der auch Ortsbeiratsmitglied ist, lobt ausdrücklich die gute Unterstützung durch die Stadt.

Zuvor waren schon symbolisch für mehr Klimaschutz auf dem Spielplatz eine Linde und eine Kastanie gepflanzt worden (der TV berichtete am 5. Oktober). Nun haben die Matzener also über 40 Obstbäume in die Erde gebracht: Apfel-, Kirsch- und Birnbäume bereichern den Stadtteil. Auch Privatleute haben sich der Aktion angeschlossen und über zehn Bäume auf ihrem Gelände gesetzt.

„Uns war es wichtig, dass heimische Arten gepflanzt werden. Die Hochstämme kommen aus der Baumschule bei Holsthum“, sagt Thiex, der auch Mitglied bei Bündnis 90/die Grünen ist, im TV-Gespräch. Nach der Pflanzaktion hat es ein gemeinsames Essen der Helfer im Gemeindehaus gegeben, bei dem übrigens auf Plastik-Geschirr verzichtet wurde, um Müll zu vermeiden, wie Thiex weiter berichtet.

Und wenn die Bäume dann mal Obst tragen, können die Matzener auch selbst die Früchte ihrer Arbeit ernten. Freunde des Obstbrandes muss Thiex allerdings enttäuschen: „Wir haben Bäume ausgewählt, deren Früchte sich nicht zum Brennen eignen, sondern zum Essen“, betont der 45-Jährige.

Und da die neuen Matzener Obstbäume auch Pflege brauchen, wird im Frühjahr ein Baumschnittkurs angeboten. Dem Familienvater ist es wichtig, auch Kinder und Jugendliche einzubinden. Sein Sohn Tristan hat die Aktion ebenfalls mitgetragen.

Mit dem restlichen Spendengeld werden zusammen mit Kindern aus der ganzen Stadt und mit dem Naturschutzbund (Nabu) Südeifel Nistkästen und Insektenhotels gebaut, so der Matzener. Auch an Nistkästen für Schleiereulen wird gedacht. Der Nabu und dessen Vorsitzender Michael Hahn hätten das Know-how.

Im nächsten Jahr sollen zudem sogenannte Blühstreifen und Bienenweiden angelegt werden, was wiederum mit der Stadt abgestimmt wird. „Wir haben noch viele  Ideen in der Pipeline“, sagt Thiex. Er findet, dass es an der Zeit ist, Zeichen zu setzen für Umwelt- und Klimaschutz  und Menschen ans Überlegen zu bringen. Mit der großen Baumpflanz-Aktion haben die Matzener ein sichtbares Zeichen gesetzt.