Media Markt will in die Bit-Galerie

Media Markt will in die Bit-Galerie

Der Elektrofachhändler Media Markt will in der Bit-Galerie eine Filiale eröffnen. Das bestätigte das Unternehmen auf TV-Anfrage. Kommende Woche soll der Mietvertrag unterzeichnet werden. Baubeginn für die Galerie ist für Mitte 2012 geplant. Auch die Modekette H&M signalisiert Interesse am Standort Bitburg.

Bitburg. Die Mieterliste der Bit-Galerie, die Stefan Kutscheid zwischen Beda-Platz und Karenweg plant, wird konkret: Der Elektronikriese Media Markt, der weltweit mit mehr als 500 Märkten in 16 Ländern vertreten ist, schärft seinen Blick für die Kunden auf dem Land. "Ich kann bestätigen, dass Media Markt in der geplanten Bit-Galerie einen sogenannten Verdichtungsmarkt eröffnen wird", sagt eine Sprecherin des Unternehmens auf TV-Anfrage. Die Verdichtungsmärkte wären etwas kleiner als die bereits etablierten Märkte und kämen in der Regel mit rund 2000 Quadratmetern aus. Zum Vergleich: Die üblichen Media Märkte haben meist mehr als 3000 Quadratmeter, der größte ist in München und misst rund 10 000 Quadratmeter.
Zwar würden die kleineren Media Märkte weniger Platz für Sonderpräsentationen bieten, hätten aber als Vollsortimenter grundsätzlich die gleiche Produktpalette wie ihre großen Brüder. "Mit unseren Verdichtungsmärkten wollen wir vor allem in von uns bisher wenig erschlossenen Regionen Deutschlands präsent sein. Daher werden wir auch in Städten mit weniger als 50 000 Einwohnern Märkte eröffnen - also in kleineren Städten, die jedoch ein attraktives Einzugsgebiet umfassen", erklärt die Sprecherin von Media Markt.
Ziel: Mehr Kaufkraft binden


Tatsächlich hat Bitburg Potenzial, mehr Kaufkraft zu binden. Das ist ein Ergebnis des Verträglichkeitsgutachtens für die Bit-Galerie, das im Rahmen des Raumordnungsverfahrens derzeit geprüft wird. Demnach hat Bitburg eine Versorgungsfunktion für rund 63 000 Menschen und bindet rund 180 Millionen Euro Kaufkraft. Aber aus dem Bitburger Einzugsgebiet fließen auch mehr als 50 Millionen Euro Kaufkraft ab. "Was der Kundenkreis in Bitburg nicht findet, geht er nach Trier, Köln oder ins Internet suchen", sagt Kutscheid. Genau darin sieht er die Chance der Bit-Galerie: "Ziel ist es, das bestehende Angebot der Innenstadt sinnvoll zu ergänzen." Kommende Woche verhandelt der Projektentwickler auch weiter mit H&M. "Die wollen mit dem kompletten Programm - Damen, Herren und Kinder - nach Bitburg", sagt Kutscheid. Eine Sprecherin des Unternehmens bestätigt: "Die Bit-Galerie könnte ein interessanter Standort für H&M sein." Im Gespräch sind 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche.
Zudem will eine Lebensmittelkette in der Galerie auf rund 1000 Quadratmetern ein sogenanntes City-Sortiment verwirklichen. Auch eine Sportkette sei interessiert, sagt Kutscheid, der zudem junge Mode der Marke Hollister nach Bitburg bringen will. Erst Anfang des Jahres wurde eine Filiale des amerikanischen Labels in Köln eröffnet. Den Rest der Fläche plant Kutscheid mit Wohn-Accessoires, Buchhandel, Drogerie, Friseur sowie Dessous von Victoria\'s Secret sowie kleineren Shops zu füllen.
Den jüngsten Beschluss des Stadtrats, die Erschließung der Bit-Galerie (siehe Extra), die Gestaltung des Postvorplatzes und den Ausbau der Fußgängerzone Hand in Hand anzugehen und dafür Fördermittel beim Land zu beantragen begrüßt Kutscheid: "Bit-Galerie bedeutet für uns auch, dass ganz Bitburg eine Galerie wird. Wir setzen auf eine gegenseitige Bereicherung."Meinung

Die Rechnung könnte aufgehen
Je konkreter die Pläne für die Bit-Galerie werden, desto deutlicher wird auch das Ziel, das dahinter steht: Es wird so attraktiv in Bitburg einzukaufen, dass viele davon absehen, sich über den Trierer Berg zu quälen. Auch die geplante Verkehrsführung ist eine runde Sache: Sind Karenweg und der obere Bereich der Trie-rer Straße erstmal entlastet, endet die Fußgängerzone nicht länger abrupt an Zangerles Eck, was mehr Flaniervergnügen bringt. Zudem rückt der Postplatz stärker ins Zentrum der Stadt, da diese durch die Galerie Richtung Beda-Platz geöffnet wird. Für die Wittlicher wäre es wohl ein Traum, wenn das vergleichbar große Warenhaus Bungert, statt außerhalb zu brummen, direkt in der Stadt Impulse bringen würde - und obendrauf auch noch einen Media Markt hätte. In Bitburg könnte die Rechnung aufgehen. Und das würde für Trier bedeuten, dass sie auf Kunden aus der Eifel und Luxemburg verzichten müssen, die sich wegen Media Markt, H&M und Ähnlichem wochen-ends ins Tal gestaut haben. Das kann die Bit-Galerie ersparen. d.schommer@volksfreund.deNeue Straße: Mehr als 500 Stellplätze sind auf zwei Parkdecks für die Bit-Galerie geplant. Angefahren werden diese von der Trie-rer Straße stadteinwärts kommend über die dafür noch auszubauende Gartenstraße, die hinter der Kreissparkasse weitergeführt wird und über die Bedastraße auf den Karenweg mündet - oder vom Karenweg aus entsprechend umgekehrt. Das entlastet laut Verkehrsgutachten den oberen Bereich der Trierer Straße sowie den Teil des Karenwegs ab der Einmündung Bedastraße - also den Bereich, wo der Haupteingang der Galerie sein wird. Zudem ist ein geschlossener Anlieferungshof an der Bedastraße geplant. scho Neue Jobs: Projektentwickler Stefan Kutscheid will Sommer 2012 Baurecht für die Bit-Galerie erlangen, die dann zum Weihnachtsgeschäft 2013 eröffnen soll. In dem zweigeschossigen Neubau ist eine Verkaufsfläche von rund 12 000 Quadratmetern geplant. Grob geschätzt entstehen laut Kutscheid rund 250 versicherungspflichtige Arbeitsplätze. Hinzu kommen rund 200 Aushilfs-Jobs. scho

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