Medizin
Zur Debatte um die geplante Schließung des Neuerburger Krankenhauses (TV vom 30. und 31. Januar) meint dieser Leser:
Worauf gründet die Aussage, Neuerburg sei mit Ärzten gut ausgestattet? Es sollte doch bekannt sein, dass die Neuerburger Hausärzte nach dem Wegfall der Praxis Dumpich/Sayar in Daleiden kaum noch Patienten aufnehmen können - ebenso wie die Praxen in Arzfeld und Waxweiler. Was ist damit gemeint, dass "ohnehin viele Menschen nach Bitburg ins Krankenhaus fahren, weil dort die Ausstattung nun einmal besser ist"? Sicher gibt es medizinische Indikationen, deren Versorgung vom breiteren Spektrum des größeren Hauses eher abgedeckt sind. Man kann vom kleinsten Krankenhaus in Rheinland-Pfalz nicht erwarten, auf jeden Sonderfall spezialisiert zu sein. Fakt ist jedoch, dass Neuerburg einen wesentlichen, hochqualitativen Beitrag zur ländlichen Versorgung leistet. Menschen, die pauschal und ohne Grundlage unser kleines Krankenhaus schlechtreden, sind der Grund, weshalb der Eindruck entsteht, man könne in Neuerburg schlechter aufgehoben sein als in einem großen, anonymen Haus. Das Neuerburger Krankenhaus gewährleistet kompetente, persönliche Hilfe. Ich selbst habe mich noch vor ein paar Monaten in Neuerburg operieren lassen und würde es auch jederzeit wieder tun. Wann kommt endlich die Einsicht, dass die bedarfsgerechte medizinische Versorgung ländlicher Regionen nicht profitabel sein muss, sondern einer staatlichen Versorgungspflicht unterliegt. Die Sicherstellung der räumlichen Erreichbarkeit, beispielsweise von Krankenhäusern, darf nicht weiter an Bedeutung verlieren. Sonst gibt es keine Zukunft für die Eifel als attraktivem Lebensraum. Schließen wir unrentable Krankenhäuser, dann opfern wir als Nächstes auch Behandlungen, die sich wirtschaftlich nicht rentieren. Fraglich nur, wer dann noch beispielsweise eine neue Herzklappe bekommt. Claudio Orias Steinmetz, Neuerburg