1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Mehr als genug Helfer: Hilfesuchende im Eifelkreis müssen nur fragen

Mehr als genug Helfer im Eifelkreis : Hilfesuchende müssen nur fragen

Die Ehrenamtsagentur vermittelt Freiwillige, die ältere Menschen mit Gesprächen, Fahrdiensten oder anderen Dingen in ihrem Alltag unterstützen. Das Angebot an Hilfe ist derzeit noch höher als die Nachfrage.

Die Versorgung des Haushaltes klappt, medizinische Pflege ist noch nicht nötig. Dennoch ist für viele Senioren das Leben alleine schwierig. Einsamkeit, das Bedürfnis nach etwas Zuwendung oder auch praktischer Hilfe ist ein Thema. Auch im ländlichen Raum greifen längst nicht mehr die Familienstrukturen. Oft bleiben ältere Menschen alleine in ihren Häusern, die Familie lebt weit weg.

Hier möchte die Ehrenamtsagentur des DRK im Eifelkreis Bitburg-Prüm  Hilfe bieten. „Es geht vor allem um die Versorgung von alten Menschen“, sagt Andrea Manteufel, die das Projekt betreut. Besuchsdienste, Begleitung, dies seien die Dinge, die in vielen Fällen benötigt werden. „Es ist ganz niedrigschwellig“, sagt die Koordinatorin des DRK. Es seien keine besonderen Fähigkeiten notwendig, um Hilfe zu bieten und anderen das Leben ein wenig schöner zu machen. Es gehe um Besuche für ein paar Stunden in der Woche, um Gespräche, eine Begleitung beim Einkaufen, einen Fahrdienst und ähnliche Dinge.

Wie Ulrike Haab, Bereichsleiterin für Soziale Dienste, sagt, sollen „Senioren ab 50+“ angesprochen werden. Das heiße aber keinesfalls, dass Menschen ab 50 für sie zum älteren Semester gehören, sondern dass es eben auch jüngere Menschen gibt, die wegen einer Krankheit oder Behinderung Begleitung brauchen. Das könnte theoretisch auch eine 25-Jährige sein, die im Rollstuhl sitzt. Wichtig sei, dass die Hilfe individuell auf die Menschen und deren Helfer zugeschnitten sei.

An Freiwilligen Helfern mangelt es bisher nicht, sagen Manteufel und Haab übereinstimmend. Es fehle mehr an denen, die nach Hilfe fragen. Sie möchten Menschen ermutigen, sich Hilfe zu holen, bevor sie sich einsam fühlen oder in Not geraten. Oft helfe auch die Gemeindeschwester Plus, die ja zu alten Menschen gehe und sich dann meldet, wenn eine ehrenamtliche Unterstützung als sinnvoll erachtet wird. Andrea Manteufel versucht dann, beide Seiten zusammen zu bringen. Dabei achte sie auch darauf, dass die Entfernungen nicht zu groß sind.

Die ehrenamtlichen Helfer werden mit ihrer neuen Aufgabe nicht alleine gelassen. In Beratungsgesprächen versucht sie zu erfahren, welche Art von Hilfe der geleistet werden könnte. So hat sie beispielsweise eine Migrantin als Grüne Dame in ein Krankenhaus vermittelt, wo sie sich um Patienten kümmern kann, die arabisch sprechen.

In Kursen können die Ehrenamtler auch Dinge lernen, die sie für ihre neue Aufgabe brauchen. Dazu gehören zum Beispiel Kenntnisse über den Umgang mit Demenz, über Alterskrankheiten oder auch schlicht ein Kurs in Erster Hilfe, auch wenn generell keine pflegerischen Tätigkeiten erwartet werden.

Wenn ein Ehrenamtler seine neue Tätigkeit beginnt, kann er begleitet werden, um anfängliche Unsicherheiten zu überwinden. Bei Privathaushalten kann das die Gemeindeschwester plus übernehmen, bei Helfern, die im Altenheim oder sonstigen Institutionen arbeiten, geht Andrea Manteufel beim ersten Besuch auch persönlich mit.

Wichtig ist ihr auch eine Vernetzung der Helfer, dass diese sich untereinander austauschen können. Bei vielen Ehrenamtlern gebe es neben dem Wunsch Fähigkeiten sinnvoll einzubringen, auch das Bedürfnis nach Kontakten zu anderen Menschen.

 Andrea Manteufel von der Ehrenamtsagentur des DRK.
Andrea Manteufel von der Ehrenamtsagentur des DRK. Foto: TV/DRK

Alle Informationen gibt es jetzt auch auf der Internetseite www.ehrenamtsagentur-bitburg.de Andrea Manteufel ist aber auch immer telefonisch zu erreichen unter 06561/6020321. Außerhalb ihrer Arbeitszeit nimmt ein Anrufbeantworter jedes Anliegen auf. Sie meldet sich dann bei den Betroffenen.