Mehr als nur Wandern

Ein schlechtes Zeugnis stellt die Prümer SPD der Tourismusförderung in der Verbandsgemeinde aus. Es fehle an Gesamtkonzept und Nachhaltigkeit. VG-Chef Söhngen weist die Kritik als unbegründet zurück.

"Stagnierende Gästezahlen, unzureichende Angebote für Familien, mangelnde Einbindung der ausgebildeten Gästeführer, unflexible Öffnungszeiten der Schwimmbäder" - das Zeugnis, das die Prümer SPD dem Tourismus im Prümer Land ausstellt, ist deutlich. Und das ist nur ein Ausschnitt dessen, was die Sozialdemokraten bei der nächsten Sitzung des Verbandsgemeinderats am Dienstag, 29. Juni, zur Sprache bringen wollen. Denn auch die "ungenügenden Angebote für Jugendliche und Senioren" werden bemängelt. "Gerade für die Älteren muss man mehr bieten als nur Wandern, wenn man will, dass sie auch länger hierbleiben", sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Barbara Hiltawski. Ihr gehe es besonders darum, die Nachhaltigkeit des Fremdenverkehrs zu stärken. Dazu müsse man auch verstärkt Angebote für junge Menschen und Senioren machen. Ihr fehlt eine Zukunftsvision, ein Gesamtkonzept.

"Es ist so, dass wir zwar viele gute Sachen von anderen übernehmen, aber nur wenig Neues selbst anstoßen", sagt Hiltawski. Die Aussprache solle dazu beitragen, Missstände zu benennen, um konstruktiv Verbesserungen zu entwickeln. Geld, dass in diesen Bereich investiert werde, zahle sich aus. "Wir müssen daran arbeiten, dass die Leute nicht alle nach Mallorca fliegen, sondern auch nach Prüm kommen."

Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm, weist die Kritik zurück. Bei den Übernachtungs- und Gästezahlen stehe die VG im Vergleich zu Kreis und Land gut da. Im Fremdenverkehrsausschuss habe man die Konzeption des rheinland-pfälzischen Tourismus bereits ausführlich vorgestellt und wie sich das Prümer Land da platzieren will. "Wandern und Radwandern sind unsere Kernpunkte, weil wir das vor Ort haben", sagt Söhngen. Dazu wurde das Wanderwegenetz optimiert, das von den Gemeinden gepflegt werde. Touristisch sei die VG sowohl in Rheinland-Pfalz als auch mit der Dachmarke Eifel eingebunden; "in diesem Rahmen bringen wir uns ein."

"Wir machen mit wenig Geld sehr viel", betont Georg Sternitzke, Leiter der Tourist-Information. "Natürlich arbeiten wir auch ständig an Verbesserungen."