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Mehr Busse für die Schneifel

Öffentlicher Nahverkehr : Mehr Busse für die Schneifel

In der Schneifel gibt es seit Anfang der Woche ein neues Liniennetz im öffentlichen Nahverkehr. Neue Buslinien und Rufbusse sollen alle Orte anbinden. Aus Fehlern beim Liniennetz in der Südeifel habe man gelernt, sagt der Verkehrsverbund Region Trier (VRT).

Um die Situation zu verbessern, hat man vor acht Jahren beim Verkehrsverbund Region Trier (VRT) begonnen, grundlegende Änderungen zu planen. Zum einen sollten sich die Kommunen an den Kosten für den ÖPNV beteiligen. Zum anderen sollten die Strecken gebündelt und neu ausgeschrieben werden.  Das könne aber erst nach und nach geschehen, wie Karin Besel vom VRT erklärt. Denn die Lizenzen für die Strecken sind meist auf acht bis zehn Jahre vergeben. Erst wenn diese Zeit abgelaufen ist, können sich die Unternehmen neu bewerben.

Dabei sollten nicht einzelne Linien vergeben werden, sondern ein ganzes Bündel. Das soll verhindern, dass sich die Unternehmen die Rosinen, also die stark frequentierten Strecken, herauspicken und an weniger genutzten und damit unrentablen Strecken nicht interessiert sind.

In der Eifel ist das Gebiet Schneifel das dritte, in dem ein Liniennetz eingeführt worden ist. Bereits 2018 wurde das neue System in der östlichen Vulkaneifel eingeführt, im vergangenen Jahr in der Südeifel. In den nächsten Jahren werden weitere Gebiete folgen.

Dabei habe man, wie Besel  sagt, aus Fehlern gelernt. „Bei der Südeifel ist schief gelaufen, was schief laufen konnte“, räumt sie ein. Zum einen habe man zu spät informiert, und auch der Fahrplan war nicht früh genug im Internet abrufbar gewesen. „Das war kein Glanzstück“, sagt Besel. Deshalb habe man vor der Umstellung in der Schneifel schon im Sommer informiert. Dadurch sei Zeit genug gewesen, um zu erkennen, ob man beispielsweise Schüler vergessen habe. Es habe auch einige Rückmeldungen gegeben, die bei den weiteren Planungen einbezogen worden seien.

Fünf Wochen vor der Fahrplanumstellung habe man in allen Haushalten Broschüren verteilt, um die Menschen zu informieren. Vier Wochen vor Start des Linienbündels seien die Fahrpläne online sichtbar gewesen, und zwei Wochen vorher sei nochmals informiert wodren.

Wie Besel  sagt, könne natürlich auch so nicht ausgeschlossen werden, dass es Beschwerden gebe. In manchen Fällen lasse es sich nicht vermeiden, dass Fahrzeiten länger würden oder Kinder umsteigen müssten.

Der Vorteil des neuen Fahrplans sei es aber, dass nun alle Orte angebunden seien mit Linienbussen, die alle zwei oder vier Stunden fahren, oder mit Rufbussen. Anders als vorher würden die Busse jetzt nicht nur zu Schulbeginn oder Schulschluss fahren, sondern auch in den Zeiten dazwischen.

Änderungen gibt es auch für die Kindergartenkinder. Vorher seien diese in kleineren Bussen gefahren worden. Heute seien weiter die großen Busse im Einsatz, aber nach Möglichkeit zeitlich versetzt, so dass  dann allenfalls noch ein paar Grundschüler, aber keine Kinder und Jugendlichen  von weiterführenden Schulen, mitfahren würden, erklärt Marcel Schillen vom VRT.

Neu ist in allen Gebieten, in denen das Busnetz eingeführt wird, der Rufbus, der auch nach einem festen Fahrplan unterwegs ist. Der sollte spätestens eine Stunde vorher gebucht werden. Das habe den Vorteil, dass die Busse nur in die kleineren Ortschaften fahren müssen, wenn sie tatsächlich dort gebraucht werden. Buchungen seien möglich per Telefon, Online oder als Dauerbuchung. Die Kosten seien die gleichen wie bei denn regulären Linienbussen.

Wie Schillen weiter sagt, dauere es erfahrungsgemäß etwas länger, bevor sich das System durchsetze. In der östlichen Vulkaneifel habe man mit der Zeit eine steigende Nachfrage bemerken können. In der Südeifel dagegen könne man wegen der Corona-Pandemie, die sich auch auf die Nutzung des ÖPNV auswirkt, noch wenig sagen. Zuständig für alle Linien in der Schneifel ist jetzt das Verkehrsunternehmen Gebrüder André GmbH.