Mehr Einigkeit geht kaum

Bereits im Vorfeld hatte es sich abgezeichnet, und in der konstituierenden Sitzung des Speicherer Verbandsgemeinderats wurde es dann auch so umgesetzt: Nahezu einstimmig wählten die Mitglieder ihre drei Beigeordneten. Einen von der CDU, einen von der FDP sowie einen von der SPD.

Speicher. "Es ist wichtig, dass alle Fraktionen zusammenarbeiten", sagt Bürgermeister Rudolf Becker, der mit diesen Worten seine Eröffnungsrede beendet. Es ist die erste Sitzung des neu gewählten Verbandsgemeinderats Speicher.

Die wohl größten Herausforderungen, denen sich die VG in den kommenden Jahren stellen muss, hat Becker in seiner Ansprache bereits genannt. Dazu zählen die Kommunal- und Verwaltungsreform, die wahrscheinlich bevorstehende Fusion mit der Verbandsgemeinde Kyllburg sowie die Schaffung der integrierten Gesamtschule. Und genau deshalb fordert der Verwaltungschef eine Zusammenarbeit über die Fraktionsgrenzen hinweg.

Dass ein grenzenloses Miteinander grundsätzlich möglich ist, zeigt nach der Verpflichtung der Ratsmitglieder die Vorgehensweise beim Tagesordnungspunkt drei. Es geht um die Wahl der drei Beigeordneten, und es geht darum, die Zusagen, die im Vorfeld dieser Sitzung zwischen Vertretern der einzelnen Fraktionen gemacht wurden, auch einzuhalten.

Gemeinsdamer Nenner mit der FDP



Und es funktioniert: Mit 23 von 23 Stimmen wird der bisherige erste Beigeordnete, Günter Schneider (CDU), erneut zum ersten Vertreter des Bürgermeisters gewählt. Zweiter Beigeordneter wird mit 21 Ja- und einer Gegenstimme Hermann Marx (FDP). Zwar haben die Liberalen nur zwei Sitze im Rat, doch hat sich deren Fraktion für die CDU in der Vergangenheit als verlässlicher Partner erwiesen.

Und angesichts der Tatsache, dass die Christdemokraten bei der jüngsten Wahl zwei Mandate und damit auch die absolute Mehrheit im Rat eingebüßt haben, ist der gemeinsame Nenner mit der FDP umso wichtiger. Für den Fall, dass sich die CDU und die zweit- und drittstärksten Fraktionen im Rat, SPD und UBL, nicht einig werden.

Bei der Wahl des dritten Beigeordneten kommt das noch nicht zum Tragen. Hier wird auf Vorschlag der SPD deren Mitglied Hans-Peter Schmitz gewählt. Schmitz kommt aus Preist und von außerhalb, da er kein Mitglied des Rats ist.

Aus Sicht der SPD-Fraktion ist er jedoch der geeignete Mann, und nach Auffassung der anderen Fraktionen scheint gegen diese Auffassung nichts zu sprechen. Mit 21 Ja-Stimmen, einer Enthaltung sowie einer Gegenstimme wird aus Schmitz der dritte Beigeordnete. Beckers Wunsch nach Zusammenarbeit wurde damit Folge geleistet - zwar nur symbolisch, aber dennoch in einer grundlegenden Angelegenheit.

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