Mehr Engagement

Zur geplanten Schließung des Kindergartens in Wallendorf meint dieser Leser:

Die Kindertagesstätte soll 2012 als letztes Zeugnis familienfreundlicher Politik und sehr guter pädagogischer Arbeit in Wallendorf angeblichem Geldmangel zum Opfer fallen. Muss das wirklich so sein? Kaum nachzuvollziehen! Da lobt der Ortsbürgermeister von Kruchten die Leistungen in Wallendorf, und dann soll man nicht in der Lage sein, Wege zu finden, das notwendige Geld für die Erweiterung des Kindergartens aufzubringen, dass sach- und fachkundige Erzieherinnen zum Wohl der Kinder von Ammeldingen, Biesdorf, Kruchten und Wallendorf weiterarbeiten können?

Weil die Grundschule in Körperich liegt, sollen die Kinder aus Kruchten, wohl auch aus Ammeldingen und Biesdorf den Kindergarten dort besuchen. Aber dort ist vorerst gar kein Platz für die Kinder! Und muss der Kindergarten in Körperich nicht auch den neuen Anforderungen entsprechend ausgebaut werden? Wer zahlt denn dort die Umbaumaßnahmen? Weil dort die Lasten auf 14 Gemeinden verteilt werden - immerhin 600 000 Euro - werden die beteiligten Gemeinden angeblich weniger finanziell zur Kasse gebeten, als in Wallendorf mit vier Gemeinden bei geschätzten Umbaumaßnahmen von 300 000 Euro.

Das ist die materielle Seite des Problems. Sind wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft, das notwendige Geld zu beschaffen? Wie sieht es mit Geld aus dem Konjunkturpaket II aus? Ließen sich nicht auch Sponsoren für die Finanzierung gewinnen?

Es geht um den Erhalt einer vorbildlichen Erziehungseinrichtung, die zugleich ein hohes kulturelles Gut ist. Es geht um das Wohl unserer Kinder, die gerade in einer kleineren Einrichtung optimal gefördert werden.

Den Erzieherinnen von Wallendorf ist für ihre hervorragende Arbeit zu danken. Sie haben es nicht verdient, dass sie vor die Tür gesetzt werden, nur weil es an Engagement und Fantasie fehlt, den Fortbestand finanziell abzusichern.

Bernhard Arens, Dülmen

Erziehung