Mehr Imker braucht das Land
Prüm · Am Lehrbienenstand des Imkervereins Prümer Land im Kurpark in Prüm können Einsteiger die Imkerei erlernen. Seine über vieleJahre gesammelten Erfahrungen gibt der Lünebacher Imker Josef Becker dort an die Besucher weiter.
Prüm. "Ein Problem besteht darin, die Völker über den Winter zu bringen", erklärt Josef Becker. Interessiert hören die Jungimker in der Runde zu. Sie sitzen gemeinsam in der Schutzhütte des Imkervereins im Prümer Kurpark.
Heute treffen sie sich zum fünften Mal. Sie versammeln sich an insgesamt sechs Tagen mit zusammen zwölf Stunden und wollen das Imkern erlernen. Die Naturfreunde kommen alle aus der Region.
Wenig Lebensraum für Bienen
"Die Theorie ist wichtig, denn beim Imkern kann man sehr viel falsch machen. Die Praxis ist aber durch nichts zu ersetzen", erklärt Josef Becker und zeigt, wie ein Bienenvolk untersucht wird und die Bienenkönigin gefunden werden kann. "Sie ist größer. Wir separieren sie und markieren die Königin", sagt Becker, während er auf die Bienenkönigin deutet. Mit weißer Farbe bekommt das Tier einen Farbtupfer verpasst.
"Alles nicht so ganz einfach. Die Arbeiten sollten mit großer Ruhe und niemals hektisch ausgeführt werden. Das habe ich schon gemerkt und bemühe mich", fasst Helmut Lorscheider seine Eindrücke zusammen. Er ist einer der Teilnehmer und möchte das neue Hobby gemeinsam mit einem seiner Söhne ausüben.
Die intensive Landwirtschaft macht den Imkern, besser den Bienen, zu schaffen. Das Problem: Es gibt zu wenig Lebensraum für die Bienen und gleichzeitig zu viele Pestizide, die gespritzt werden. "Die Landwirte müssen stärker erkennen, dass die Bienen ungeheuer wichtig für die Landwirtschaft sind. Nicht zu früh die Wiese zu mähen gäbe den Bienenvölkern bessere Möglichkeiten, Nektar aufzunehmen und gleichzeitig die Nutzpflanzen der Landwirtschaft zu bestäuben", sagt Werner Huberty, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Prümer Land.
Bienen spielen für die Landwirtschaft in der Region Trier eine große Rolle. Sie bestäuben nach Informationen der Imker rund 80 Prozent unserer Wild- und Nutzpflanzen wie Raps, Obst oder Gemüse. Alarmierend für die Imker ist das jährliche Bienensterben. Der Bienenzuchtverein Prüm kümmert sich seit 126 Jahren um das Wohl der Bienen und zählt heute rund 70 aktive Mitglieder. Er betreibt einen Lehrbienenstand im Prümer Kurpark. Dort können sich Interessierte informieren und selbst das Imkern lernen. rh