Mehr Klimaschutz in Schulen und Kindergärten

Bitburg/Wittlich · Mit Hilfe eines Prämiensystems sollen Kindertagesstätten und Schulen der Region Trier zu mehr Klimaschutz motiviert werden. Ein neues Projekt im Rahmen der Bundesklimaschutzinitiative und unter Mitwirkung der Energieagentur Region Trier (EART) will gemeinsam mit Verantwortlichen und Kindern neue Energiesparmodelle entwickeln.

Dass in den Kitas nicht zu viel Energie verbraucht wird, das sollen Kinder im Rahmen eines regionsweiten Projektes lernen. TV-Foto: Klaus Kimmling

Bitburg/Wittlich. Wie lüfte ich richtig, ohne dass zu viel Energie verloren geht? Sind die Heizungen zum Wochenende abgedreht? Müssen immer überall alle Lichter brennen? Mit solchen Fragen sollen sich künftig verstärkt Kinder und Verantwortliche von Schulen und Kindertagesstätten der Region beschäftigen. In einem auf drei Jahre angelegten Projekt, von Januar 2015 bis Dezember 2017, geht es nach Angaben von Achim Hill, Geschäftsführer der EART, darum, Energiesparpotenziale aufzudecken, eigene Aktivitäten zu entwickeln und das Energie-Bewusstsein der Kinder zu sensibilisieren. In einem ersten Schritt sollen in den Schulen zunächst sogenannte Energieteams gebildet werden. Dazu gehören die Schulleitung, Lehrer, Erzieher, Hausmeister und natürlich auch die Kinder. Hill ist überzeugt, dass auch sie schon wertvolle Beiträge zum Energiesparen beisteuern können. Zugleich hofft er, dass die Kinder das Erlernte auch im Elternhaus umsetzen und damit einen, wie er sagt, "ganz wichtigen Multiplikatoren-Effekt" übernehmen. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat als erster der in der EART vertretenen Gesellschaft diesem Projekt nun zugestimmt. Die Stadt Trier und der Landkreis Trier-Saarburg haben nach Angaben von Hill positives Interesse signalisiert; der Landkreis-Bernkastel-Wittlich habe zunächst eine Abfrage unter den Schulen gestartet, demnächst befasse sich ein Ausschuss mit dem Thema. Im Vulkaneifelkreis Daun wird es das Projekt nicht geben, da der Landkreis vor zwei Jahren als Gesellschafter aus der EART ausgetreten ist.Wer übernimmt die Kosten? Erst einmal die Schulträger oder Kita-Träger selbst, also in der Regel die Kommunen. Aktuell wird von einem Eigenanteil von 1000 Euro pro teilnehmender Schule/Kita pro Jahr ausgegangen. Alle zahlen zunächst in einen gemeinsamen Topf. Daraus werden später die Prämien gezahlt: Aktivitätsprämien oder Beteiligungsprämien. Beim Aktivitätsprämiensystem wird die Projektaktivität einer Einrichtung später mittels eines Schlüssels in bare Münze umgerechnet, unabhängig von präzisen Berechnungen der Energieeinsparung. Damit soll auch der - nicht messbare - Effekt auf die privaten Haushalte berücksichtigt werden. Beim Beteiligungsprämiensystem erhalten die Schulen/Kitas einen Teil der konkret eingesparten Energiekosten - zwischen 25 und 50 Prozent. Der restliche Anteil der eingesparten Kosten geht an den Bildungsträger.Für die Arbeit der Projektmitarbeiter entstehen den Kommunen keine Kosten. Diese werden mit bis zu 65 Prozent vom Bundesumweltministerium übernommen, den Rest - etwa 30 000 Euro pro Jahr - deckt die EART. Geleitet wird das Projekt ab Januar 2015 von einem Klimaschutzmanager. Diese Stelle ist allerdings noch nicht besetzt. Meinung

Ein sinnvolles ProjektMan kann so viel über umweltfreundliche Energieformen diskutieren, wie man will - die beste Methode das Klima zu schonen (und nebenbei den Geldbeutel) ist es immer noch, Energie gar nicht erst zu verbrauchen. Ein Energiesparprojekt an Schulen und Kindergärten anzubieten, ist daher eine klasse Idee. Zum einen, weil in solch großen Gebäuden große Einsparungen möglich sind. Zumal sich dort wahrscheinlich bisher niemand intensiv darum bemüht hat, möglichst wenig Strom und Wärme zu verbrauchen. Zum anderen, weil die Kinder (so die Hoffnung) das, was sie in Kindergarten und Schule lernen, mit nach Hause nehmen, um es dort auch umzusetzen. Und wetten: Selbst dort, wo die Eltern glauben, alles schon richtig zu machen, lässt sich noch so manche Kilowattstunde sparen. Gut auch, dass das Projekt deutlich macht, welche finanziellen Vorteile dies bringt. k.hammermann@volksfreund.de