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Mehr Kontrollen, weniger Tempo

Mehr Kontrollen, weniger Tempo

Bei einem Treffen von Bürgern aus Neuhaus mit Gemeinde, Planern und Polizei sind Nachbesserungen an der neuen B 51-Kreuzung vereinbart worden. Anwohner beklagen mehr Lärm durch die Überholspur und Sicherheitsmängel.

 Sechs Millionen Euro hat die Neugestaltung der Kreuzung B 51/Neuhaus gekostet. Das Resultat ist nicht optimal, räumen selbst Planer angesichts vieler Kompromisse ein. TV-Foto: Bernhard Heller
Sechs Millionen Euro hat die Neugestaltung der Kreuzung B 51/Neuhaus gekostet. Das Resultat ist nicht optimal, räumen selbst Planer angesichts vieler Kompromisse ein. TV-Foto: Bernhard Heller

Neuhaus. Rund sechs Millionen Euro hat der kreuzungsfreie Ausbau des B 51-Knotenpunkts Neuhaus gekostet. Das viele Geld, was hier investiert wurde, hat jedoch die Anlieger nicht glücklich gemacht. Bei einem Bürgergespräch am Montagabend im Gemeindehaus Aach klagten sie den Straßenplanern ihr Leid (siehe Fragen im Extra). Im Wesentlichen gibt es vier Kritikpunkte: Mehr Lärm durch die neue Überholspur, zu kurze Einfädelungsspuren, Gefahrensituationen für Kraftfahrer und Fußgänger im Bereich der Unterführung und schlechtere Anbindung an den ÖPNV, nachdem die Bushaltestelle verlegt wurde.

Nach anderthalbstündiger, sehr ergebnisorientierter Diskussion einigte man sich darauf, für den Bereich der Unterführung (L 43, Gasthaus Sonnen) Tempo 30 zu beantragen. "Morgen geht der Auftrag an den Kreis raus", versprach Trierweilers Ortsbürgermeister Matthias Daleiden. Jetzt ist es so, dass sich Fahrzeuge auf der Landesstraße mit Tempo 50 nähern dürfen - zu schnell in Anbetracht der schlechten Einsehbarkeit im Kurvenbereich, finden Anwohner. Auf Anregung von Bürgermeister Wolfgang Reiland sollen Autofahrer auch durch Piktogramme auf der Straße auf das Tempolimit aufmerksam gemacht werden.

Wie Paul Schonarth von der Polizeiinspektion Trier ankündigte, soll es "in naher Zukunft" ähnlich wie in Hohensonne auch in Neuhaus regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen geben. Auch regte er an, dass die auf der B 51 gefahrenen Geschwindigkeiten über mehrere Tage gemessen werden (durch eine kleine, unauffällige Tafel), um eine verlässliche Datenquelle für die Diskussion um Tempolimits auf der Überholspur zu bekommen. Vor Neuhaus gilt jetzt 70, vorher waren 100 erlaubt. Trotzdem werde in der Regel zu schnell gefahren, um auf den letzten Drücker noch Lastwagen am Sirzenicher Berg zu überholen, lautet die Kritik. Alternativen wären: 50 auf beiden Spuren Richtung Trier, 50 nur für LKW oder rechts 50 und links 70, wobei Guido Wacht und Klaus Wagner vom LBM wegen möglicher Gefahren beim Spurwechsel von unterschiedlichen Tempi abraten. Im Übrigen sagten sie zu, die Fußgängersituation an der Bushaltestelle noch einmal zu überdenken. EXTRA Drei Fragen an den LBM: 1. Was sagt der LBM zur Kritik am Ausbau in Neuhaus? Kompromisse beim Grunderwerb ermöglichten keine vollkommene Planung wie etwa auf freiem Feld. 2. Warum eine Überholspur? Wegen der Verkehrssicherheit. Auf der hoch belasteten B 51 hat jeder Überholabschnitt seine Berechtigung, der Verkehr wird flüssiger. 3. Warum wurde die Bushaltestelle verlegt? Aus Sicherheitsgründen werden sukzessive alle Haltebuchten im Abschnitt Bitburg-Trier von der B 51 in andere Straßen verlegt. (alf)