Mehr neue Fläche, als Trier sich gönnt

Mehr neue Fläche, als Trier sich gönnt

BITBURG. Die zukünftige Nutzung des Postgeländes soll durch ein Investorenauswahlverfahren bestimmt werden, für das in der Stadtratssitzung der Startschuss gegeben werden soll. Großen Einfluss auf das innerstädtische Projekt wird vermutlich auch das geplante Rautenberg-Zentrum haben.

Für Matthias Schmitt, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der Industrie- und Handelskammer Trier (IHK), steht fest: Würden am Rautenberg und auf dem Postgelände jeweils großflächige Einkaufszentren mit insgesamt womöglich bis zu 20 000 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen, "wäre das eine Herausforderung". Er geht davon aus, dass dann einige Geschäfte gerade in der Innenstadt ziemliche Probleme bekommen werden.Postgelände als Magnet für die Innenstadt

Diese Auffassung vertritt auch Alfred Thielen, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Trier. Er hält es für äußerst kritisch, wenn beide Projekte verwirklicht werden. "So viele neue Verkaufsflächen hat sich selbst Trier mit den 15 000 Quadratmetern auf dem Paulinus-Gelände nicht gegönnt", sagt Thielen im Gespräch mit dem TV. Für den Mann vom Einzelhandelsverband und den Handelsexperten von der IHK wäre es wünschenswert gewesen, dass das Vorhaben am Rautenberg kleiner dimensioniert werden würde. Laut Thielen sei es jedoch größer als anfangs geplant ausgefallen. Ebenfalls einig sind sich die beiden, dass das Projekt auf dem Postgelände oberste Priorität genießen und als erstes entwickelt werden müsste. "Da müssen wir noch nicht einmal über die Größe reden", sagt Thielen. Schmitt ist der Ansicht, dass das zu erwartende Einkaufszentrum "ein Magnet für die ganze Innenstadt sein würde". Solch ein Objekt wäre auch deshalb verständlich, da sich das Mittelzentrum Bitburg im Vergleich mit dem Mittelzentrum Wittlich und dem Oberzentrum Trier positionieren müsste. Aufgrund des Verfahrensstands in Sachen Bebauungsplan für das Gelände am Rautenberg ist derweil eher zu erwarten, dass es zu keiner abgestimmten Entwicklung zusätzlicher Verkaufsflächen mit einem Hauptaugenmerk auf das Postgelände kommt. Daran ändert auch das zu erwartende Ergebnis der heutigen gemeinsamen Sitzung von Stadtrat und Bauausschuss um 17 Uhr im Sitzungssaal der Stadtverwaltung nichts. Dort soll mit der Auftragsvergabe an ein Dortmunder Planungsbüro das so genannte Investorenauswahlverfahren begonnen werden. Ziel des Verfahrens ist, Interessenten für eine neue Nutzung des Post-Areals zu finden. Zwischen zwölf und 18 Monaten wird es dann dauern, bis der Sieger des Verfahrens feststeht. Der darf dann die Fläche der Stadt abkaufen und seine Pläne verwirklichen. Die Stadt muss für das neu gestaltete Post-Areal keinen Cent zahlen. Bürger gefragt bei Spittel-Center

In Abstimmung mit den Bürgern und den Gremien der Stadt werden in einer ersten Phase die Grundlagen erarbeitet, aus denen die Interessenten ihre Vorstellungen für ihre Vision eines Spittel-Centers erarbeiten (der TV berichtete). Angesichts der optimalen Lage im Herzen der Stadt ist davon auszugehen, dass dort ein großes Einkaufszentrum entstehen wird mit einer Verkaufsfläche mindestens ähnlich groß wie am Rautenberg. Am Rande der Kernstadt sollen am Rautenberg auf zwei Etagen im neuen Einkaufszentrum auf einer Grundfläche von rund 12 000 Quadratmetern unter anderem 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Zudem sollen Grundstücke für Wohnhäuser von Landbesitzern in diesem Bereich zur Verfügung gestellt werden. Diese Pläne werden nur dann Realität, wenn sich genügend Mieter für das Rautenberg-Zentrum finden. Schließlich ist die Anzahl von Firmen relativ gering, die neu nach Bitburg kommen wollen. Der Projektentwickler für das Rautenberg-Zentrum hat wohl auch deshalb noch keine definitiven Mieter für sein Vorhaben präsentieren können. Immer wieder gehandelte Namen ansiedlungswilliger Firmen haben sich zudem teilweise als wenig belastbar erwiesen. Liebe Leser, was halten Sie von den Plänen, wahrscheinlich zwei große Einkaufszentren in Bitburg zu bauen? Ist es egal, was wo gebaut wird oder sollte es eine bisher nicht existierende Gesamtplanung geben? Mailen Sie uns Ihre Meinung in Kürze (maximal 30 Zeilen à 30 Anschläge) an die Adresse eifel-echo@volksfreund.de oder per Fax an die Nummer 06561/959539.

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