Mehr Platz für Behinderte in Bitburg

Vor dem Hintergrund eines stetig steigenden Bedarfs plant die Lebenshilfe Bitburg die Erweiterung ihres Behinderten-Wohnheims in der Prümer Straße. Knapp 400 000 Euro nimmt der Verein in die Hand, um neue Heimplätze zu schaffen.

 Viele der Mitarbeiter in den Behinderten-Werkstätten der Westeifelwerke erreichen demnächst das Rentenalter. Foto: Archiv/Gabi Vogelsberg

Viele der Mitarbeiter in den Behinderten-Werkstätten der Westeifelwerke erreichen demnächst das Rentenalter. Foto: Archiv/Gabi Vogelsberg

Bitburg. (scho) Die Lebenshilfe Bitburg will das Behinderten-Wohnheim in der Prümer Straße vergrößern. Derzeit finden dort 35 Behinderte ein Zuhause. "Es gibt weitere Anfragen, aber wir haben keinen Platz mehr", sagt Heinz Hill, Vorsitzender des 500 Mitglieder starken Vereins. Hill erklärt, dass derzeit noch viele über 50-jährige Behinderte zu Hause von ihren Eltern betreut werden. Aber die Eltern, der heute 50- bis 60-Jährigen kommen bald selbst in ein Alter, in dem sie der Betreuungsaufgabe nicht mehr gewachsen sind.

Das bestätigt auch eine Umfrage des Elternbeirats der Westeifelwerke, die für den Verein Lebenshilfe die Wohnheime in den beiden Landkreisen Bitburg-Prüm und Daun mit zusammen rund 150 Heimplätzen betreiben (siehe Extra). In diesem Einzugsgebiet wird in 15 Jahren ein Bedarf von mindestens 120 weiteren Heimplätzen entstehen.

Die Lebenshilfe Bitburg plant deshalb schon seit Jahren, sich zu vergrößern. Zuletzt ist der Verein damit Ende 2007 gescheitert, weil bei der damaligen Planungsvariante keine Einigung mit den Nachbarn des Heims erzielt wurde (der TV berichtete).

Aber die Lebenshilfe gibt nicht auf: Für rund 300 000 Euro hat der Verein die Häuser links und rechts der bestehenden Einrichtung gekauft. Das straßenaufwärts gelegene Haus soll nun für knapp 100 000 Euro so ausgebaut werden, dass es ab Mitte des Jahres fünf Behinderten Platz bietet, die keine Rundum-Betreuung brauchen - eine sogenannte Außenwohngruppe. In dem Haus sind Investitionen von knapp 100 000 Euro geplant. Baustart ist Ende Februar. Neben einer Grundsanierung braucht das Gebäude unter anderem eine rollstuhlgerechte Zuwegung sowie zwei behindertengerechte Bäder. Verpflegt werden die Bewohner über das Haupthaus.

Das zweite angekaufte Gebäude straßen-abwärts ist nach Auskunft von Architekt Manfred Weber nicht für die Belange Lebenshilfe geeignet und soll abgerissen werden, um Platz für einen Neubau zu machen, der mit dem Haupthaus verbunden wird. Dafür müsste aber der Bebauungsplan geändert werden. Ein Entwurf einer Bebauungsplan-Änderung soll im März vorliegen. Dann entscheidet sich, ob es grünes Licht für den Neubau gibt.

EXTRA Organisation: Die Lebenshilfe-Vereine in Bitburg, Prüm und Daun sind zu je einem Drittel Gesellschafter der Westeifelwerke (WEW), die die Wohnheime in Bitburg (eins), Prüm (zwei) und Gerolstein (eins) betreiben. In den WEW-Werkstätten arbeiten rund 500 Behinderte.