Mehr Platz für neues Leben

Herforst · Für die Ortsgemeinde Herforst ist der Blick nach vorne auch ein Blick nach innen. Denn im Dorfkern liegt einiges brach. Um das zu ändern, will Herforst nun neuen Wohnraum schaffen und dafür zunächst alte Gebäude entfernen.

Herforst. Immerhin: Eine Bäckerei ist noch vor Ort. Doch von den vier Geschäften, die es einst in Herforst gab, ist sonst nichts mehr übrig. Und das, obwohl die Einwohnerzahl zwischen 1991 und 2011 laut Statistischem Landesamt um 300 auf 1176 Einwohner gestiegen ist, die dort lebenden US-Amerikaner noch nicht mitgerechnet. Allerdings zeigen die Auswertungen des Landesamts auch, dass die Einwohnerzahl in Herforst von 2011 bis 2012 um knapp drei Prozent auf 1142 Einwohner gesunken ist. Mehr als 30 Menschen sind innerhalb eines Jahres aus der Statistik verschwunden.
Damit aus dieser Entwicklung kein Trend wird, will Herforst nun aktiv dagegen vorgehen und hat dabei vor allem den Ortskern im Umfeld der Kirche im Visier. Mit der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde wurde im vergangenen Jahr eine wichtige Voraussetzung geschaffen. Orte, die als Schwerpunktgemeinden eingestuft werden, weisen aus Sicht des Landes größere strukturelle Mängel auf und können deshalb im Rahmen des landesweiten Dorferneuerungsprogramms mit einer bevorzugten Unterstützung von öffentlichen und privaten Projekten rechnen.
Darauf aufbauend hat der Gemeinderat in Herforst nun die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Ortskern beschlossen. Wie Ortsbürgermeister Werner Pick erklärt, soll damit die Marschrichtung für die Zukunft festgelegt werden. "Wir haben im Ort eine sehr enge Bebauung und Gebäude, die leer stehen", sagt Pick, weshalb die Gemeinde die Bebauung nun auflockern wolle.
Die Entwicklungsmöglichkeiten seien aufgrund der Grundstückszuschnitte sehr eingeschränkt, fügt der Ortsbürgermeister hinzu. Doch durch den Kauf und gegebenenfalls auch Abriss leerstehender Häuser und Wirtschaftsgebäude ließe sich das ändern. Ziel sei es, durch die Auflockerung des Ortskerns neuen, attraktiven Wohnraum im Umfeld der Kirche zu schaffen.
Extra

Bei der Förderung von Schwerpunktgemeinden setzt das Land im Gegenzug auf eine hohe Bürgerbeteiligung vor Ort. So wird - wie auch in Herforst bereits geschehen - im Rahmen einer sogenannten Dorfmoderation zunächst der jeweilige Ist-Zustand analysiert, um daraus dann ein Konzept für die Zukunft zu entwickeln. Die Kosten dieser Dorfmoderation, die von einem professionellen Team begleitet wird, werden genau wie die individuelle Beratung mit bis zu 90 Prozent vom Land getragen. Der Status als Schwerpunktgemeinde gilt für sechs Jahre. Landesweit gibt es derzeit 134 solcher Gemeinden. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm wurden in den vergangenen Jahren neben Herforst und Badem des Weiteren die Orte Dudeldorf (2011), Weinsheim (2010), Gransdorf (2009) Idesheim und Idenheim (2008) sowie Sinspelt (2007) als Schwerpunktgemeinden eingestuft. uhe