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Mehrere Apotheken ausgeraubt

Mehrere Apotheken ausgeraubt

In gleich drei Apotheken wurde in der Nacht zum Mittwoch eingebrochen: eine in der Eifel, zwei an der Mosel. In Neuerburg sperrten die Täter eine Angestellte, die Bereitschaftsdienst hatte, in ihr Büro ein, ehe sie mit einem vierstelligen Geldbetrag entkamen.

Es muss für die Frau ein riesiger Schreckmoment gewesen sein. Sie hatte Bereitschaftsdienst in einer Neuerburger Apotheke, als in der Nacht zum Mittwoch gegen halbeins plötzlich drei dunkel gekleidete Männer in ihr Büro eindrangen. Die Männer, von denen einer bewaffnet war, zwangen die Apothekenangestellte, ihnen alles Bargeld zu geben, das es dort zu diesem Moment gab. Zwei von ihnen sprachen nach Auskunft der Zeugin mit osteuropäischem Akzent. Ihr Auftreten – mag es in dieser Situation auch erstaunen – wird als höflich bezeichnet.

In verschiedenen Kassen und einem Schrank wurden die Täter fündig und erbeuteten so nach Auskunft der Kriminalpolizei Wittlich einen insgesamt vierstelligen Euro-Betrag. Für Medikamente oder gar die im Tresor verschlossenen Betäubungsmittel schienen sie sich hingegen nicht zu interessieren. Denn sie ließen nach Angaben der Polizei nur das Geld mitgehen.

Nachdem sie hatten, was sie wollten, schlossen die drei Männer die Angestellte im Büro ein. Aus eigener Kraft konnte sie nicht von dort entkommen, da das Fenster gesichert war.

Auch Hilfe konnte sie keine verständigen, da die Täter das Telefon zuvor ausgestöpselt und mitgenommen hatten. Erst ein Kurierfahrer, der die Apotheke beliefern wollte, wurde auf die Notsituation der Frau aufmerksam und rief die Polizei, die die Angestellte gegen 3 Uhr befreite.

In der gleichen Nacht drangen bislang unbekannte Täter auch in die Adler-Apotheke, Am Markt, in Bernkastel-Kues und die Moseltal-Apotheke in Neumagen-Dhron ein. Auch diese Täter hatten es offenbar nur auf Bargeld abgesehen, da keine Medikamente entwendet wurden. Ob die drei Einbrüche miteinander zusammenhängen, überprüft die Kriminalpolizei noch. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die Tatzeit der beiden Einbrüche an der Mosel, weshalb die Polizei um Hinweise aus der Bevölkerung bittet: Wer hat in der fraglichen Nacht in Neuerburg, Bernkastel-Kues, Neumagen-Dhron oder Umgebung verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet?

Die drei Täter von Neuerburg werden wie folgt beschrieben: Alle drei waren komplett schwarz gekleidet mit schwarzer Maske und Pullover. Ein Mann ist etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß, 80 bis 85 Kilogramm schwer, gedrungen und kräftig. Er sprach mit osteuropäischem Akzent. Ein zweiter Mann ist etwa 1,80 Meter groß, schmaler, etwa 70 Kilogramm schwer. Auch er sprach mit osteuropäischem Akzent. Zu dem dritten Täter ist außer der dunklen Kleidung keine Beschreibung vorhanden.

Alle Männer hatten eine Taschenlampe dabei. Einer auch ein Messer oder ein Hebelwerkzeug.

Hinweise an die Kripo Wittlich, Telefon 06571/95000, die Polizeiinspektion Bitburg, Telefon 06561/96850 oder Polizeiinspektion Bernkastel-Kues, Telefon 06531/95270.

Extra

Überfälle auf Apotheken: Nach Auskunft von Arnulf Klein, Geschäftsführer der Landes-Apothekerkammer, sind Überfälle wie jener in Neuerburg sehr selten. Der „klassische Einbruch“ werde dann verübt, wenn sich niemand in der Apotheke aufhalte. Obwohl dann nur selten Bargeld zu erbeuten ist, da die Apotheker in der Regel die Kassen leeren. Er geht davon aus, dass die Täter entweder nicht wussten, dass die Neuerburger Apotheke besetzt ist oder es gezielt auf Bargeld abgesehen hatten und „ganz schön abgebrüht“ waren. Normalerweise kommt während des Notdienstes niemand in Apotheken, da die Medikamente nachts durch eine Klappe ausgegeben werden. Die Sicherheit sei für die Angestellten daher höher als an vielen Kiosken oder Tankstellen, sagt Klein. (kah)