Mehrere tausend Besucher bummeln auf dem Bauernmarkt, dem Flohmarkt und in den Prümer Geschäften

Prüm · Besseres Wetter hätten sich die Prümer am Mantelsonntag nicht wünschen können. Und die Sonne bringt auch die Besucher in die Stadt. Tausende sind gekommen - sie bummeln am Konvikt und in der Innenstadt.

 Ganz schön was los: Dicht an dicht drängen sich die Besucher auf dem Bauernmarkt.TV-Fotos (5): Christian Altmayer

Ganz schön was los: Dicht an dicht drängen sich die Besucher auf dem Bauernmarkt.TV-Fotos (5): Christian Altmayer

Foto: (e_pruem )

Prüm. Der Junge mit der blonden Wuschelmähne hebt das Schwert über den Kopf. "Nein!", schreit der Kleinere neben ihm. Doch es hilft nichts: Die Waffe trifft ihn direkt am Kopf. Glück hat er, dass sie aus Gummi ist. Und so setzt er sofort zum Gegenschlag an. Während die beiden Geschwister mit ihren Luftballon-Klingen fechten, schlendern ihre Eltern über den Bauernmarkt am Konvikt.
Mehr als 40 Stände wurden dort für den Mantelsonntag aufgebaut. Apropos Mantel: Den konnten die Besucher getrost hängenlassen - die Sonne wärmt die Haut, kein Wölkchen trübt den Himmel oder die Stimmung. Und wie ist die heute so? Gemütlich! Man lässt sich Zeit auf dem Rundgang durch die Stadt, bleibt stehen zum Plaudern, zum Schauen, zum Kaufen.
Und zu kaufen gibt es allerhand: Wie es sich für einen Bauernmarkt gehört, haben die Standbetreiber am Konvikt vor allem Produkte aus der Region im Angebot: Kartons voller Eier, Gläser voller Marmelade und Honig, Gemüse und Fleisch. Also alles Eifel oder was? Nein, diesmal haben die Prümer auch Gäste aus dem Ausland: Italiener verkaufen Süßigkeiten und Brot, Franzosen Salami und Käse.
Der Verkäufer schneidet ein Stück vom Laib ab. Über seinem Kopf flattern kleine, rot-weiß-blaue Flaggen im Wind. "Est-ce tout? Alles?", fragt er. Die Frau nickt. Er wickelt den Käse in Folie und legt ihn auf die Waage. "Zwölf Öro, Madame", sagt er und reicht ihr das Stück. "Und immer Rotwein dazu, oui?" Nach Wein riecht es hier auch, aber nicht nach Chardonnay, sondern nach Glühwein. Der Geruch vermischt sich mit dem von bratendem Fleisch, von bruzzelndem Fett.
So riecht es auch in der Innenstadt und auch hier: ein Gewimmel. Die Besucher drängen sich an den Buden vorbei - die Stände flankieren den Weg, vom Hahnplatz bis in die Tiergartenstraße hinein. Manch einer sucht lieber auf dem Flohmarkt, auf dem Ausstellungsgelände, nach einem antiken Schatz. Aber die meisten werden sicher auch in den Geschäften fündig, die seit 12 Uhr ihre Türen geöffnet halten. Auch im Modehaus Kausen ist einiges los.
Geleitet wird es von Christine Kausen, die auch Vorsitzende des Gewerbevereins Prüm ist. Sie schätzt: "Heute waren sicherlich mehrere tausend Besucher in Prüm." Ein Erfolg! Woran's lag? Klar, auch am Wetter. Bleibt zu hoffen, dass man auch beim nächsten Mantelsonntag den Mantel zuhause lassen kann.Extra

Claudia ist Touristin und besucht den Bauernmarkt zum ersten Mal. Sie stammt aus Holland - woher will sie, genau wie ihren Nachnamen, nicht verraten. Der Markt gefällt ihr, auch wenn sie ihn "etwas zu klein" findet. Das Besondere für sie: Dass sie hier auch Produkte aus der Region probieren kann. Ganz anders ist es bei Matthias Diederich aus Watzerath. Er ist Dauergast beim Bauernmarkt. Und die Produkte aus der Region - die kann er jeden Tag probieren. Für ihn geht es am Mantelsonntag vor allem ums "Leute gucken", sagt er. Hier treffe er immer alte Bekannte, die er seit Jahren nicht gesehen hat. cha